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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ländliche Genossenschaften: Erste leere Viehställe ab Herbst?

08.05.2018

Rastede Die Auflagen für die Landwirtschaft durch das neue Dünge- und Stoffstromrecht zeigen offenbar Wirkung – und drücken die Viehzahlen im Nordwesten. Ab dem Frühherbst könnten in der Region „Ställe leer stehen“. Diese Aussicht gaben die Direktoren des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems (Oldenburg), Axel Schwengels und Johannes Freundlieb, am Montag bei der Bilanzvorlage für ländliche Genossenschaften. Manche Agrarbetriebe „werden ihre Gülle nicht los“.

Deutlich wurde: Die gesellschaftlichen und regulatorischen Erwartungen an die Nahrungsproduktion steigen – mit Folgen auch für die Futtermittellieferanten, deren Absatz mit sinkendem Viehbestand schrumpfen dürfte. Und darunter sind auch die Genossenschaften im ländlichen Raum, wie deutlich wurde. Tendenziell rückläufige Tierbestände bei Mitgliedern würden „negative Auswirkungen auf die Mischfutterproduktion“ haben, erläuterte Freundlieb.

Raiffeisen-Jahr 2018

2018 blickt man beim Weser-Ems-Verband auf das 200. Geburtsjahr des Vordenkers Friedrich-Wilhelm Raiffeisen zurück, wie Verbands-Sprecher Harald Lesch erläuterte. Zu den zahlreichen Veranstaltungen zählt der „Genossenschaftstag“ am 1. Juni in Rastede und der Verbandstag am 5. September in Oldenburg. Auch ein Musikwettbewerb läuft: „Das beste Lied auf Raiffeisen“. Und: Am 15. Juni macht Moderator Manuel Andrack auf seiner „Raiffeisen-Tour“ in Edewecht Station.

Zu den Themen, die die rund 34 Warengenossenschaften und -gesellschaften im Weser-Ems-Verband bewegen, gehört laut Freundlieb und Schwengels auch die verstärkte politisch-gesellschaftliche Forderung nach mehr „GVO-freien Erzeugnissen“. GVO steht für „gentechnisch veränderte Organismen“. Hier stelle sich „die Frage, ob überhaupt ausreichend Rohstoff zur Verfügung steht“, so Freundlieb. Das sehe derzeit nicht so aus. Der überwiegende Anteil des wichtigsten Eiweißfuttermittels sei „weltweit mittlerweile gentechnisch verändert“. Klar sei, „dass die europäische und besonders die deutsche Veredelungsindustrie auf den Import von wertvollen Protein- und Aminosäurequellen angewiesen sind, um die Nutztierbestände zu gewährleisten“.

Zu weiteren Themen, die im Umfeld der ländlichen Genossenschaften zurzeit intensiv diskutiert werden, zählt die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Hier müssten konkrete Maßnahmenkataloge erstellt werden, forderte der Verband. Beim Thema Lieferbeziehungen von Molkereien und Bauern plädierte man für Selbstbestimmung in der Branche. Viele Gemüter erhitzt hat offenbar auch die neue Gebührenordnung des Instituts LAVES für Futtermittelkontrollen. Nun wird offenbar mit Erstattungen zumindest für jene gerechnet, die Widerspruch erhoben.

Die ländlichen Genossenschaften seien weiterhin für die Region sehr wichtig, auch über den Agrarsektor hinaus, betonten Freundlieb und Schwengels. Vielerorts hätten sie mit ihren Märkten wichtige Funktionen der Nahversorgung übernommen, auch weil sich andere zurückzögen.

Die Bilanz der 34 Warengenossenschaften und -gesellschaften im Verband fiel unterschiedlich aus. Ein höheres Preisniveau in vielen Bereichen habe trotz leicht rückläufiger Umschlagsmengen teils zu kräftigen Umsatz-Anstiegen geführt. Man sei „auf den Wachstumspfad zurückgekehrt“. Die 34 Betriebe konnten ihren Umsatz insgesamt auf 1,6 (Vorjahr: 1,56) Milliarden Euro steigern.

Ein paar Details: Die Futtermittelwirtschaft verbuchte mengenmäßige Zuwächse, besonders im Milchvieh- und Schweinesektor. 60 Prozent würden selbst produziert. Getreide bleibe der wichtigste Rohstoff. Schwunghaft läuft auch der Handel u.a. mit Betriebsmitteln, Land- und Stalltechnik oder Kraftstoffen.

Ein starkes Plus schafften die 21 Vieh vermarktenden Genossenschaften (im Schnitt plus 18,2 Prozent auf 61,9 Millionen Euro). 2017 wurden laut Verband in Weser-Ems 4,1 (Vorjahr: 3,6) Mio. Zucht- und Nutztiere (Ferkel, Läufer, Großvieh) vermarktet, der Umsatz wuchs auf 369 (290) Mio. Euro. Auch die Zahl der erfassten Schlachttiere (Schweine/Großvieh) legte zu, auf 4,3 Mio. (Umsatz: 844 nach zuvor 711 Mio. Euro).

Die zwei Milchverarbeiter im Verband hätten sich erfolgreich den Forderungen am globalen Milchmarkt gestellt. Die Auszahlungspreise für die Bauern lagen im Schnitt bei 36 Cent pro Kilo – 35 Prozent höher als 2016.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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