RASTEDE - Pferde gehören zu seinen besten Freunden, und das von Kindheit an. Damals wurde Erik von Essen einfach aufs Pferd gesetzt – und galoppierte los. Das allerdings nicht allein, sondern gemeinsam den Zwillingen Huno und Johann aus dem Haus Oldenburg – und mit ihnen ritt er auch auf den ersten Oldenburger Landesturnieren, und zwar von Sieg zu Sieg. „Gogo“ hieß das schnelle Pony, „mit dem waren wir unschlagbar“, erinnert sich der gebürtige Rasteder, der natürlich wie kein Zweiter die Platzverhältnisse kannte – und mit seinen Freunden ausnutzte. Die „Heimstärke“ war auch nicht verwunderlich: Sein Onkel hatte den Turnierplatz damals gebaut.

Die Reiterei hat Erik von Essen danach nie losgelassen. Otto Ammermann, der lange den Jader Reitclub führte, war sein Lehrmeister, ihm hat er sein reiterliches Können vor allem in der Vielseitigkeit zu verdanken, „die damals das Hauptereignis war“. Immer gute Platzierungen hat Erik von Essen erzielt, und dabei fehlte auch die Landesstandarte nicht.

Vom ersten Landesturnier vor 60 Jahren bis zur heutigen Jubiläumsveranstaltung hat Erik von Essen nur ein Turnier nicht besucht – 1975, als er nach Hessen zog. Dort leitete er, der zuvor Landwirt in Rastede war, ein Trakehner-Gestüt. Für das Landesturnier in Rastede Urlaub zu bekommen, war kein Problem: „Der Chef wusste um die Bedeutung der Rasteder Veranstaltung und der Oldenburger Zucht.“ Als von Essen 1990 nach Rastede zurückkehrte, engagierte er sich augenblicklich wieder auf dem Landesturnier, wo er als Turnierrichter einstieg. Das Silberne Reitabzeichen und eine spezielle Prüfung waren wichtigste Voraussetzungen. Zwischenzeitlich hatte sich von Essen auch als Richter für das Bundeschampionat einen Namen gemacht.

In Bad Zwischenahn wohnt Erik van Essen. Zu Hause ist er nicht nur auf dem Oldenburger Landesturnier in Rastede, sondern auch im Zuchtring des Oldenburger Verbandes.

Übrigens: Beim Landesturnier sind 23 Richter eingesetzt, deren Heimatorte zwischen Osterholz-Scharmbeck, Herford, Südbrookmerland und Dorsten liegen. „Heimspiele“ haben Christine Carstens aus Rastede, Gerd Demme aus Gristede, Bernd Menke aus Oldenburg und Dierk Wardenburg aus Berne. Und eigens für die Betreuung der Richter sind zwölf Helferinnen abgestellt.