RASTEDE - „Langsam muss man umdenken“, sagt Reinhard Schibille aus Bockhorn. „Heizöl wird immer teurer, da ist es Zeit, eine Alternative zu finden.“ Schibille steht im Außenbereich der Energiesparmesse in Rastede und informiert sich über einen Holzvergaser-Kaminofen.

An diesem Stand lodert das Feuer im Vorführmodell, man spürt die Wärme. Es sieht aber nicht nur gemütlich aus, sondern spart auch Energie. Und darum ging es schließlich bei der Energiesparmesse Oldenburger Land, die am Wochenende bereits zum vierten Mal in Rastede stattfand.

Ob vergleichsweise günstige LED-Technik fürs Wohnzimmer, eine Investition in ein „Minikraftwerk“ für zu Hause oder aber ein fast 35 000 Euro teures Elektroauto – für jeden Geldbeutel fand sich die passende Möglichkeit, dem hohen Energieverbrauch entgegenzusteuern.

„Denkt man nur mal an die Katastrophe in Fukushima, so weiß man, dass eine Energiewende nötig ist“, betonte der stellvertretende Landrat Joachim Finke. „Und dabei müssen alle mitziehen, ob Kommunen, Unternehmen oder Privathaushalte.“

Einen umfassenden Überblick der technischen Lösungen für eine energetische Sanierung konnten die rund 4700 Besucher in und um die Messehalle bekommen. Eine Neuheit in diesem Jahr war das Passivhaus zum Selberbauen. Mit einer Art überdimensionaler Legosteine kann der Bauherr nach gründlicher Einweisung eines Bauleiters sein Traumhaus selbst zusammenstecken.


„Wenn man nur genügend Nachbarn und Freunde zusammenrufen kann, steht das Haus in kürzester Zeit“, erzählt Erik Beyen am Infostand. Knapp 700 solcher Häuser der Firma Hellmann seien bereits fertig gestellt.

Auch dem Thema E-Mobile und E-Bikes widmet man sich hier. „Zum ersten Mal haben wir ein Auto in der Halle“, sagt Messechef Rainer Heinzel, der mit der Vielfalt der Anbieter sehr zufrieden war. Auf dem Außengelände konnten Interessierte eine Runde auf einem Elektrofahrrad drehen.

Viele Besucher bemerkten, dass diese einfache Art der Fortbewegung für Kurzstrecken eine echte Alternative zum Auto sein könnte. „Ich habe bereits ein E-Bike“, berichtet Ilse Wilken (69) aus Oldenburg. „Und ich bin noch nie so gern Rad gefahren wie in diesem Jahr.“

Ganz entspannt über die Messe schlendern konnte Hartmut Wolf aus Metjendorf. Er hat sein Haus bereits aufwendig saniert: Neue Fenster und Haustür, neue Dachpfannen und nachträgliche Dämmung des Daches. „Ich habe die Hohlschicht ausblasen lassen und eine neue Heizung gekauft. Und zum Abschluss kam die Photovoltaikanlage aufs Dach“, berichtet er.

Den Unterschied merke er jetzt im Portemonnaie. „Ich hatte zwar einen einmaligen Aufwand von 70 000 Euro, merke aber nun jährlich eine große Ersparnis. Man muss bei dieser Sache langfristig denken“, betont er zufrieden.