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„Manchmal ist es zum Verzweifeln“

JÖRG SCHÜRMEYER

RASTEDE/OLDENBURG - „Die Aussichten für die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche sind glänzend“, hatte unlängst Ludwig-Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in einem Interview gegenüber dieser Zeitung gesagt. Erstmals seit 2001 gebe es wieder mehr offene Stellen als suchende Jugendliche. Für Marion Serwaty klingt diese Aussage wie Hohn.

Seit August 2005 bemüht sich die 18-Jährige um einen Ausbildungsplatz. Mehr als 100 Bewerbungen hat die Rastederin geschrieben. Doch bislang gab es ausnahmslos Absagen. „Es ist schon manchmal zum Verzweifeln, dass man sich jahrelang bemüht und nichts dabei rumkommt“, sagt sie.

Dabei erfüllt Marion Serwaty keinesfalls das Klischee des unmotivierten, unflexiblen Jugendlichen ohne Schulabschluss. Im Sommer verließ sie die KGS Rastede mit dem Realschulabschluss und einem Notendurchschnitt von 2,9. „Mein Traumberuf ist Hauswirtschafterin“, sagt sie und besucht deshalb auch seit Sommer 2007 die einjährige Berufsfachschule Hauswirtschaft für Realschulabsolventen in Rostrup.

Nach ihrer Schulzeit hatte sie sich auch schon in anderen Berufen beworben: als Hotelfachfrau, Bürokauffrau, Arzthelferin und Konditorin. Auch räumlich ist die 18-Jährige bis zu einem gewissen Maß flexibel. So hat sie u.a. schon bei Betrieben in Oldenburg, Wiefelstede, Westerstede und Varel angeklopft.

„Sie haben beste Ausbildungschancen“, wurde der Rastederin erst unlängst nach einem Praktikum bescheinigt. „Doch was nutzen die besten Chancen, wenn ich keinen Ausbildungsplatz finde“, sagt sie fast schon resignierend. „Entweder stellen viele Betriebe gleich 400-Euro-Kräfte ein oder sie wünschten sich am liebsten eine 20-Jährige mit schon zehn Jahren Berufserfahrung“, ergänzt ihr Vater Rolf Serwaty.


Die 18-Jährige ist kein Einzelfall. „In meiner Klasse haben erst vier von 20 Schülern einen Ausbildungsplatz sicher“, sagt Serwaty.

Auch die Zahlen der Arbeitsagenturen unterstreichen die weiterhin schwierige Situation. Allein im Agenturbezirk Oldenburg gibt es noch 1820 unversorgte Jugendliche. Dem stehen 1400 freie Ausbildungsplätze gegenüber. Ähnlich ist die Situation bei der Agentur für Arbeit Vechta. Hier suchten im April noch 1127 junge Bewerber eine Lehrstelle, dem standen 1017 noch freie Ausbildungsplätze gegenüber.

Damit bis zum Ausbildungsbeginn im Herbst möglichst jedem ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle angeboten werden kann, werben die Arbeitsagenturen am 26. Mai, dem Tag des Ausbildungsplatzes, bei Unternehmen aus der Region um zusätzliche Stellen (siehe Info-Kasten). „Wir können jeden Ausbildungsplatz gebrauchen“, sagen unisono Ulrich Thies, operativer Geschäftsführer der Oldenburger Arbeitsagentur, und Dr. Thorsten Müller, Leiter der Vechtaer Agentur.

Auch Marion Serwaty gibt die Hoffnung nicht auf, dass es vielleicht in diesem Jahr klappt. Notfalls müsse sie eben ein freiwilliges Praktikum machen. „Zu Hause herumzusitzen bringt ja auch nichts.“

Arbeitsagentur wendet sich an Betriebe in Region

Zum 13. Mal

werben die Agenturen für Arbeit am „Tag des Ausbildungsplatzes“ um zusätzliche Ausbildungsplätze. Berufsberater und Arbeitsvermittler auch der regionalen Arbeitsagenturen werden am Montag, 26. Mai, bei Unternehmen persönlich vorstellig.

Vor allem Betriebe

, die bislang noch keine Auszubildenden eingestellt haben, sollen angesprochen werden, so die Arbeitsagentur.

Freie Lehrstellen

können per Telefon gemeldet werden unter

01801/664466 oder

oldenburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de;

vechta.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

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