RASTEDE/OLDENBURG - „Der Kunde gibt den Takt vor“ – mit diesem Satz beginnt das Leitbild des regionalen Verkehrsunternehmens Weser-Ems-Bus. Die Dauerfahrgäste der Linie 340, die per Jahresticket täglich von ihrem Wohnort aus zur Arbeit fahren, haben für diese Aussage allenfalls Spott übrig. Sie reagieren mit Unverständnis und Zorn auf die vorgesehene Ausdünnung des Fahrplans.
Günther Röben aus Hahn-Lehmden sitzt jeden Morgen in einem gut ausgelasteten Bus, oft müssten einige Mitfahrer sogar stehen – und dennoch werden zwei Verbindungen gestrichen und durch nur eine neue ersetzt. „Wie soll das denn funktionieren?“, fragt er fassungslos.
Abends sieht die Planung eine ähnliche Ausdünnung vor. Helmut Sulies, der aus Rastede nach Oldenburg zur Arbeit fährt, klagt: „Künftig fällt mein gewohnter Bus um 17.45 Uhr ab Oldenburg Stadtmuseum weg, und ich kann erst eine Stunde später nach Hause fahren.“
Ingo Reese aus Rastede verweist auf seine Arbeitszeit im Oldenburger Einzelhandel, die sich ab Herbst am Abend verlängere – und gleichzeitig würden alle 340-er Verbindungen nach 19 Uhr gestrichen. Dies hält er im Gegensatz zur Darstellung des Busunternehmens sehr wohl für einen Kahlschlag. Insbesondere für die Berufspendler aus dem nördlichen Rasteder Gemeindegebiet und Jaderberg gebe es durch die Änderung auf einen Schlag keine Möglichkeit mehr, mit dem Bus ihren Arbeitsplatz zu erreichen.
Aus dem Verkehrsunternehmen Weser-Ems-Bus hieß es, dass nötige Streichungen erst dann zu wirksamen Einsparungen führen, wenn sie am Anfang oder Ende des Tages vorgenommen würden. Regionalleiter Helmut Fokkena bedauerte die Notwendigkeit der Anpassungen und verwies auf die Möglichkeit einer späteren Korrektur.
Auch Baudezernent Lothar Trinter vom Landkreis Ammerland unterstrich gegenüber dieser Zeitung, dass der Kreistag bei seiner Zustimmung zu den Änderungen festgelegt habe, dass bei Bedarf nachgesteuert werden müsse. Dies könne eventuell mit Anrufbussen geschehen.
