RASTEDE - Die Landfrauen Weser-Ems formieren sich gemeinsam im „globalen Dorf“. Durch Vernetzung wollen sie mehr Landtouristen in die Region locken.
Von Stephan Giesers
RASTEDE - Ferien auf dem Bauernhof: Ruhe, frische Landluft und unberührte Landschaften. An das Internet und moderne Kommunikation denkt man dabei zunächst nicht.Doch der Weg zum Urlaub auf dem Lande führt für immer mehr Touristen über das „globale Dorf“ – eine Entwicklung, die nach Meinung des Landfrauenverbandes noch intensiver genutzt werden müsste. Mit dem Thema „Strategien im Medienzeitalter“ beschäftigten sich gestern Mitglieder des Landfrauenverbands Weser-Ems auf einer Regionalkonferenz in Rastede. Wie wichtig dieses Thema ist, betonte die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Erika Lenz: „Neue Medien sind weit mehr als eine Werbe- und Informationsquelle.“ Jeder Neunte würde inzwischen per Mausklick seinen Urlaub buchen. Tendenz steigend. Und auch die landwirtschaftlichen Betriebe sollten den Landtouristen über das Internet den Hof machen. „Wer nicht im Internet vertreten ist, hat eigentlich schon verloren“, sagte Lenz. Als vorbildlich nannte sie den virtuellen Marktplatz „www.landportal.de“, der im Rahmen des Modellprojektes „IT-Landfrauen“ entstanden ist. Das Projekt wurde vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Landfrauen konnten sich hierbei zu Expertinnen ausbilden lassen und so anderen Landfrauen in Internet-Fragen behilflich sein. Unter den 850 Angeboten aus ganz Deutschland seien bereits gut hundert Einträge von Bauernhöfen aus dem Weser-Ems-Gebiet. „Das ist noch ausbaufähig“, betonte Frieda Hensmann, Vorsitzende des Landfrauenverbandes Weser-Ems. Oft sei der Tourismus ein wichtiges zweites Standbein in der Landwirtschaft. Gerade dieser Bereich ließe sich sehr gut über das Internet erschließen.
Dr. Rainer Kottkamp, Leiter des Referates für Freizeit-, Gesundheits- und Kulturwirtschaft im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium warnt jedoch auch vor den Nachteilen: „Das Internet ist aufgrund seiner Vielfältigkeit brutal. Den Wettbewerb kann man nur über Qualität und spannende Angebote gewinnen.“ Die Region müsse sich als eigenständige Marke aufstellen und dann über das Internet beworben werden.
Wie dies in der Praxis aussehen kann, wurde am Beispiel der „Hasetal Touristik GmbH“ deutlich. Vom ausgeklügelten Angebot für Rad-Touristen bis hin zu Wellness-Angeboten auf den beteiligten Höfen bildet das Marketingkonzept eine Einheit: Landluft, Ruhe und interessante Angebote – jederzeit zu buchen per Mausklick.
Infos unter www.LandFrauen.info
