RASTEDE - Mit einer Resolution, die sie am Freitag nach einem gemeinsamen Treffen dem Landtagsabgeordneten Jens Nacke (CDU, Wiefelstede) überreicht haben, protestieren Besitzer von Gartencentern und Groß-Gärtnereien aus dem Nordwesten gegen das geplante Sonntagsverkaufsverbot in ihren Betrieben. Mitte Mai verfügte CDU- Sozialministerin Aygül Özkan neue Durchführungsbestimmungen für das Ladenschlussgesetz. Und das sorgt für Unruhe in der Branche.
Demnach dürfen sonntags nur noch Läden (bis zu drei Stunden) öffnen, die nach ihrer Größe und nach ihrem Sortiment auf den Verkauf von täglichem Kleinbedarf ausgerichtet sind. Konkret: Das Land spricht ein Sonntags-Verkaufsverbot für Gartencenter und großflächige Gärtnereien aus wer mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche hat, soll erst gar nicht öffnen dürfen.
Die betroffenen Unternehmer fordern in der Resolution unter anderem, den Erlass sofort komplett zurückzunehmen, die Ungleichbehandlung von gärtnerischen Verkaufseinrichtungen zu beenden und auch die Protestlisten von Kunden ernst zu nehmen. Uwe Albertzard (Rastede) präsentierte eine entsprechende Liste. 746 Unterschriften kamen dabei in wenigen Tagen in Rastede zusammen.
Vor allem Umsatzeinbußen werden befürchtet. Bei uns wird seit 1905 sonntags verkauft. Ich habe kürzlich groß investiert in ein Cafe mit 128 Plätzen, das mitten im Betrieb steht. Vor dem Betrieb sind 160 Parkplätze entstanden, sagte Ralph Arkenau aus Delmenhorst. Ich habe jetzt schon 50 Prozent Umsatzrückgang. Die Kunden sind verunsichert, beklagt Jörg Lameyer aus Varel.
Karin Otten aus Jever hat ebenfalls in einen neuen Parkplatz investiert. Sie öffnet jetzt erst einmal nicht mehr an Sonn- und Feiertagen. Wir haben das nicht gewollt. Die Kunden haben dafür kein Verständnis. Und Jörn Gigas aus Ocholt spricht von einem Schock für die Betriebe. Jetzt setzen die Betroffenen auf Jens Nacke. Der versprach, am Montag mit seiner Parteifreundin und Sozialministerin Özkan über das Problem zu sprechen.
