RASTEDE - Auch der HGV spricht von einem „leidigen Dauerthema“. Parken in Rastede ist kostenlos – solange die korrekt eingestellte Parkscheibe sichtbar ist.
Von Wolfgang Müller
RASTEDE - Das Einkaufsvergnügen in Rastede war mehr als getrübt, als das Ehepaar Inge und Hans-Peter Thiele aus Bad Zwischenahn ein „Knöllchen“ an ihrem Fahrzeug fand. Jetzt wollen sie den Residenzort von ihrer Einkaufsliste streichen: „Ein Ort, der es nach unserer Erfahrung darauf anlegt, seinen Besuchern auf diese Weise Geld aus der Tasche zu ziehen, hat es nicht verdient, beim Einkauf weiter berücksichtigt zu werden, so die Bad Zwischenahner, die sich „durch die mangelnde Präsenz entsprechender Hinweisschilder regelrecht getäuscht fühlen“.Auch Leserin Erika Hellbusch hat sich über die „Knöllchen“ geärgert, die in Rastede verteilt, wenn die Parkscheibe „abgelaufen“ ist oder gar nicht erst ausgelegt wurde. „In Rastede sollten einfach ein paar Schilder aufgestellt werden, wie es in anderen Orten auch üblich ist. Oder soll die Stadtkasse so schneller aufgefüllt werden?“ fragt sie.
Das weist die Gemeinde weit von sich: „Wenn wir die Bürger abzocken wollten, hätten wir Parkuhren aufgestellt“, erklärt Bürgermeister Dieter Decker. Die Parkzonenregelung mit dem Einsatz von Parkscheiben sei im Interesse des Kunden eingeführt worden. Damit werde verhindert, dass die Angestellten in den Geschäften und Büros die Parkplätze von potenziellen Kunden blockieren.
Die Schilder in den Eingangsbereichen seien schon versetzt worden, „damit lassen sie sich wirklich besser wahrnehmen“. Jede einzelne Parkbucht könne nicht ausgeschildert, „sonst haben wir einen nicht gewollten Schilderwald an der Oldenburger Straße“. Dennoch werde die Gemeinde in den nächsten Tagen einige „nicht amtliche“ Hinweistafeln auf die Parkscheibenregelung installieren.
Das begrüßt auch Heinz-Dieter Kley, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins. Auch die Kaufmannschaft werde immer wieder mit dem „leidigen Dauerthema“ konfrontiert – und habe reagiert. Auf den Eingangstüren der Geschäfte finden sich Hinweise, drinnen würden Parkscheiben ausliegen und ausgegeben, und an verkaufsoffenen Sonntagen gebe es entsprechende Aktionen. „Vielleicht sollten die Angestellten die Kunden beim Betreten des Ladens auch noch einmal direkt auf die Parkscheibe ansprechen“, rät Kley, der gleichzeitig auf einen großen Vorteil Rastedes gegenüber anderen Orten verweist: „Hier kann kostenlos geparkt werden.“
