RASTEDE - Die Mitarbeiter des Bauhofes schneiden Büsche und Sträucher und fällen Bäume dort, wo normalerweise kein Mensch hinkommt: auf der kleinen Insel im Ellernteich. Die Rasteder Flagge haben sie „als erste Menschen dort“ allerdings nicht gepflanzt: „Wir waren im vergangenen Jahr schon einmal dort“, hieß es. Auch da hatte das Eis den Zugang ermöglicht, was sonst nur schwimmend oder per Boot geht. Vor weiteren Besuchern warnt die Gemeinde allerdings nach wie vor ausdrücklich: Beim Ellernteich handelt es sich um ein Fließgewässer, das Betreten des Eises ist lebensgefährlich. Und so arbeitete sich das Team des Bauhofes auch nur unter größter Vorsicht und auf einem ganz bestimmten Weg auf die Insel vor.Blick auf den EllernteichUm Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen geht es bei den Arbeiten, die jetzt im Bereich des Turnierplatzes begonnen haben. Insgesamt sieben Bereiche sind betroffen. Auf der Insel werden einige größere Gehölze beseitigt. Im Bereich des Ellernteiches werden außerdem zu dicht stehende Gehölze entfernt, um die Blickbeziehung zum Teich zu gewährleisten.Im Bereich der Tribüne werden bruchgefährdete alte Pappeln und einzelne amerikanische Eichen beseitigt. Nicht mehr „verkehrssichere“ Bäume, die zu den Grundstücken an der Mühlenstraße hinüberragen, werden ebenfalls beseitigt, ebenso nicht standortheimische Sträucher sowie aufgeschossene Ahornbäume.Neue ZaunanlageAn der östlichen Seite des Friedhofes wird die Zaunanlage erneuert, die vorhandenen Rhododendren werden zurückgeschnitten. Das passiert auch östlich der Oldenburger Straße, um die Blickbeziehung zum Park zu verbessern.Am südwestlichen Rand des Turnierplatzes soll ebenfalls der Blick zum Turnierplatz verbessert werden. An der östlichen Seite des Turnierplatzes im Randbereich der Hankhauser Bäke soll überdies Stangenholz beseitigt werden.Die Gemeindeverwaltung weist darauf hin, dass alle Maßnahmen der Pflege des Schlossparkes dienen „und mit dem Schutzzweck des Parkes und dem geschützten Landschaftsbestandteil vereinbar sind“. Entsprechend sind die Maßnahmen auch mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises abgestimmt, heißt es weiter in der Mitteilung der Gemeindeverwaltung. Zwischen1842 und 1848 wurde der Ellernteich im Rasteder Schlosspark angelegt, unter Großherzog Paul Friedrich August, der auch das Schloss im klassizistischen Stil umgebaut hat – so ist es bis heute erhalten.Die Anlage des Schlossparkes geht bereits zurück auf das Jahr 1784. Damals gestaltete Carl Ferdinand Bosse, geschult u. a. in England, den damals noch barocken Garten zu einer landschaftlichen Anlage im Stil englischer Gartenkunst um.Mit dem Ende der Monarchie änderte sich in Rastede eigentlich nichts. Schloss, Palais und Parkensemble verblieben im Eigentum des Hauses Oldenburg.Der Ellernteich wurde 1945 aufgegeben, als die Parkpflege auf forstwirtschaftliche Nutzung umgestellt wurde.1974wurde der Ellernteich wieder angelegt. Seitdem wird in jedem Jahr in Rastede das Ellernfest gefeiert – als Fest der Rasteder für die Rasteder.
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
