RASTEDE - „Beim Rollen der Wraps werdet ihr gleich verzweifeln. Das ist ziemlich schwierig, aber irgendwann, nach 200 Stück, kann man das“, scherzte Lutz Leuchtges. Mit Hauben und Schürzen bewaffnet hörten die 27 Schülerinnen und Schüler der Schülerfirma „Fruchtinsel“ am Mittwochmittag aufmerksam Leuchtges zu, als der stellvertretende Produktionsleiter von der Bäckerei „Müller & Egerer“ ihnen erklärte, wie sie Wraps richtig herstellen.
Seit Februar dieses Jahres sind die Schüler der Haupt- und Realschule (KGS Rastede) bei der „Fruchtinsel“ aktiv. „Wir haben überlegt, was wir in unser Sortiment aufnehmen können und sind dann auf Wraps gekommen“, erklärte Betreuerin und Wirtschaftslehrerin Angelika Dames den Besuch von Leuchtges. „Die Schüler haben sich zuvor schriftlich bei der Schülerfirma beworben und mit den Teilnehmern des letzten Jahres Bewerbungsgespräche geführt. Für jedes Jahr kommen neue Schüler in die Firma. Die Schülerfirma wird vom zweiten Halbjahr der achten Klasse bis Ende des ersten Halbjahres der neunten Klasse angeboten.“ Jeden Mittwoch seien die Schüler dann von der dritten bis zur sechsten Stunde in der „Fruchtinsel“ tätig. Nachdem im vergangenen Jahr schon Smoothies und Milchshakes von den vorherigen Teilnehmern hergestellt und innerhalb der Schule verkauft wurden, sollen nun Wraps die neue Geschäftsidee sein.
Leuchtges gab den Schülern auch Tipps, wie sie den Ertrag beim Verkauf steigern und die Wraps optisch gut verpacken könnten. Ein Vorteil sei, dass die Wraps mit vielen unterschiedlichen Lebensmitteln gefüllt werden können. So zum Beispiel mit allerlei Gemüsesorten, Fleisch, Käse, Schinken und natürlich Früchten – passend zum Namen der Schülerfirma. „Wir haben uns auf Früchte spezialisiert und wollen das Schulleben mit ausgewogener Nahrung ergänzen. Wir verkaufen die Wraps dann mittwochs in der zweiten großen Pause. Man kann uns aber auch für Schulveranstaltungen buchen,“ so Dames, die zusammen mit Wirtschaftslehrerin Maren Brumund die Firma betreut. Das eingenommene Geld werde dann für die Klassenfahrt der Schüler in der zehnten Klasse verwendet. Wieviel Geld sie für jeden Wrap verlangen wollen, solle noch von den Schülern kalkuliert werden. Denn die Schülerfirma ist in die Bereiche Produktion (die alle können müssen), Buchhaltung, Verkauf, Einkauf und Werbung unterteilt. Auch gibt es eine Geschäftsführerin sowie zwei Stellvertreter. Dames: „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Schüler die Dinge zum größten Teil eigenständig regeln. Wir füllen nur die Funktion von Betreuerinnen aus.“
Nachdem Leuchtges gezeigt hatte, wie die Wrap-Herstellung funktioniert, waren die Schüler an der Reihe. Eifrig schnitten sie Gemüse und rührten die Soße an. Das Schönste für die Teilnehmer war natürlich das Probieren der fertigen Wraps, die allen sehr gut geschmeckt haben.
