Rastede/Wahnbek - Eine weitere Hürde am Dienstagabend die Planung zur Erweiterung der Kindergärten an der Feldbreite in Rastede und an der Sandbergstraße in Wahnbek (Artikel unten) sowie die Errichtung einer Krippe an der Sandbergstraße durch den Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss genommen. Die Bauvorhaben wurden von den Mitgliedern fast einstimmig auf den Weg gebracht.

Eine Enthaltung gab es bezüglich der Errichtung einer zweigruppigen Krippe in Wahnbek an der Sandbergstraße. Dort soll für 1,5 Millionen Euro eine Betreuungseinrichtung für 30 Kinder auf 550 Quadratmetern entstehen. Es wird zwei Gruppenräume, zwei Ruheräume, einen Speiseraum, Räume für die Mitarbeiter und die Leitung und beispielsweise eine Küche geben. Die Einrichtung wird von der Gemeinde gebaut, da laut Fritz Sundermann, Geschäftsbereichsleiter Bürgerdienste im Rathaus, eine Bezuschussung den Eigenbau wirtschaftlicher macht.

Wie Sundermann in der Vorstellung der Planung deutlich machte, ist die Planung der Krippe in die Zukunft gedacht. Die Flächen sind so konzeptioniert, dass sowohl ein Ganztagesbetrieb – dessen Bedarf in Rastede laut Sundermann nachgefragt wird – als auch die Nutzung der Räume für einen Kindergarten, für den wesentlich mehr Platz vorgeschrieben ist, möglich wäre.

„Die Planung ist eine gelungene Lösung, hier wird in die Zukunft gedacht“, freute sich Sylke Heilker (CDU). Für den richtigen Schritt hielt auch Rüdiger Kramer (SPD) die Planung. „Wenn schon so viel Geld in die Hand genommen wird, dann auch zukunftssicher.“

Die Euphorie wollte Jan Hoffmann von den Grünen nicht teilen. „Die Doppelnutzung ist zu teuer. Wir haben eine Verantwortung für Familien aber auch für unseren Haushalt.“ Denn im aktuellen Haushalt ist noch kein Geld für die Vorhaben eingeplant. Erst am 4. September wird ein Nachtragshaushalt präsentiert. Hoffmann plädierte für eine neue Planung der Krippe – ohne sofort die Möglichkeit einer Umnutzung als Kindergarten und der damit größeren Fläche einzuplanen. Der Grünen-Politiker brachte eine veränderte Beschlussvorlage in den Ausschuss ein: Der Errichtung der Krippe sollte zugestimmt werden, jedoch solle die Planung sich allein auf die Nutzung als Krippe fokussieren. Falls eine Nutzung als Kindergarten irgendwann sinnvoll erscheint, könne dann ja angebaut werden.


Nicht anschließen wollten sich diesem Antrag CDU und SPD. In Hinblick auf den Zeitdruck – die Krippe soll im September 2018 stehen – sei der jetzige Einwand etwas spät, sagte Kramer: „Die Ursprungsvorlage ist gut, die Kosten können gestemmt werden.“ Die Einsparungen durch die Verkleinerung der Fläche wie von Hoffmann vorgeschlagen würden sich laut Architekt Manfred Burrichter auf 50 000 Euro belaufen – die größten Kosten entstünden durch Heizung und Sanitär.

Dem Vorschlag von Hoffmann, die Planung auf den Prüfstand zu stellen, stimmte nur der Grüne selbst zu. Der Beschlussvorlage, der Errichtung einer zweigruppigen Krippe in Wahnbek nach der vorgestellten Planung zuzustimmen, folgten alle Mitglieder – bis auf eine Enthaltung.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland