Hude - Einen Apfel schälen und ihn anschließend essen – eigentlich etwas ganz Normales für viele Menschen. Erkrankt jedoch eine Person an Demenz, kann schon diese Aufgabe zu einer hohen Hürde werden. In dem Lehrfilm, den sich Kursteilnehmer in der Sozialstation der Diakonie ansahen, sorgten alltägliche Beispiele wie dieses für ein Gefühl von Ohnmacht bei den Betroffenen.

In solchen Situationen bieten Imke Högermann von der AOK und die Pflegedienstleiterin der Diakonie-Sozialstation Hude, Elisabeth Loch, den Kursteilnehmern, die demenzkranke Angehörige teilweise zu Hause pflegen, wichtige Unterstützung. „Man weiß zwar mittlerweile vieles über Demenz, aber wenn die Erkrankung im eigenen Umfeld auftritt, ist man geschockt“, berichtet Marianne Ross von ihrer ersten Konfrontation mit der Diagnose.

Sie habe aber in der Gruppe viele gute Tipps bekommen: „Wenn man hier in dem Kursus auf andere Menschen trifft, die von ähnlichen Problemen erzählen, fühlt man sich nicht mehr so alleine und kann besser von der eigenen Belastung herunterkommen.“

Auch Peter Buhl ist froh, mit anderen über die hohe physische und mentale Belastung zu sprechen: „Man kommt schnell an das Ende seiner Kräfte, wenn man sich keine Auszeiten nehmen kann. Die Erfahrungen in der Gruppe haben mir sehr geholfen. Vor allem war es erleichternd zu sehen, dass ich nicht alleine fast an dem Paragrafen-Dschungel im Pflegebereich verzweifelt wäre.“

Vielen Betroffenen fehle bei der Erkrankung, die kaum Hoffnung auf Besserung bietet, der nötige Halt, erklärt Imke Högermann. Dennoch habe man in der letzten Zeit viel für Demenzerkrankte getan. „Gerade auch, was die Finanzierung von tage- oder auch nur stundenweiser Betreuung angeht, hat sich viel getan“, betont Elisabeth Loch.


Uwe Romey hingegen nutzt den Kursus, um sich präventiv auf den Umgang mit Demenzerkrankten vorzubereiten. „Ich engagiere mich ehrenamtlich beim DRK und helfe mit Besuchsdiensten bei Senioren. Durch den Kursus und den Erfahrungsaustausch fühle ich mich nun besser gewappnet.“