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Bahnverkehr Ratlosigkeit nach Lärmschutz-Wende

Thorsten Kuchta
OLDENBURG - Die Argumente sind ausgetauscht, Zusagen längst gegeben – doch jetzt sind der Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven und der damit verbundene Lärmschutz aus Geldmangel in weite Ferne gerückt (

NWZ

  berichtete).

Bei denen, die den Bahnlärm im Zweifel ohne weiteren Schutz ertragen müssen, herrscht hilfloser Zorn. Hans-Gerd Tabke, Vorsitzender des Bürgervereins Ofenerdiek, spürt die Wut der Bürger über die ungeklärte Situation, gleichzeitig aber auch das Fehlen einer klaren Angriffsfläche: „In Berlin ändert sich alles, nichts ist verlässlich, und auch die Stadt hat noch keine klaren Pläne, wie es in Ofenerdiek weitergehen soll.“ Dabei moniert Tabke auch, dass es kein Gesamtkonzept gibt, das allen betroffenen Stadtteilen gerecht wird.

Karsten Friedrichs vom Kernteam der Interessengemeinschaft der Bahnanlieger in Oldenburg (IBO) sagte am Montag: „Wir sind jetzt wieder auf dem Stand von 2002 – und das war kein guter.“ Die IBO habe immer teure Pläne der Bahn in anderen Regionen beargwöhnt, „aber dass die Politik so umfällt, damit haben wir nicht gerechnet.“ Im Vertrauen auf die Lärmschutz-Zusagen aus dem Verkehrsministerium hatte die IBO 2007 auf eine Klage gegen das Jade-Weser-Port-Planfeststellungsverfahren verzichtet – jetzt herrsche „tiefe Ratlosigkeit“. Anfang Mai wolle man zunächst intern über das weitere Vorgehen beraten.

In dieser Situation verlegt sich Oberbürgermeister Gerd Schwandner auf Appelle und Bitten: In einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister appelliert er, „an den Zusagen zur Finanzierung festzuhalten und den berechtigten Anspruch auf Lärmschutz nach bisher bekanntem und publiziertem Terminplan zu realisieren“. An die Bahn appelliert er, trotz der gefährdeten Finanzierung die Planung mit voller Kraft fortzusetzen – damit gebaut werden kann, wenn denn wieder Geld da sein sollte. Und in einem dritten Brief bitte er Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff (CDU), in Berlin seinen Einfluss geltend zu machen, „damit Oldenburg dem Lärm der zusätzlichen Züge vom Jade-Weser-Port nicht schutzlos ausgeliefert wird“.

Oldenburgs SPD-Vorsitzende Gesine Multhaupt, die in ihrer Bundestagszeit engen Kontakt zum damaligen Verkehrsminister Tiefensee hielt, glaubt, dass das für den Streckenausbau vorgesehene Geld andernorts ausgegeben wurde. „Die Bahn stimmt einmal jährlich mit der Regierung ab, wo investiert wird – da hat es an einer Stimme für die Region gemangelt.“ Nun komme der Lärmschutz „zu spät“. Die SPD-Bundestagsfraktion werde das Thema aber in Berlin zur Dringlichkeitssache machen.

NWZ-Spezial: Informationen, Bilder und Videos zum Jade-Weser-Port, dem Jadeport, Jadebay und dem JadeWeserPark.


Aktuelle Informationen zum Bahnlärm in Oldenburg finden Sie in unserem NWZ-Spezial.

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