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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Bankenverband: Haben aus Finanzkrise vor zehn Jahren gelernt

15.09.2018

Berlin (dpa) - Lektion gelernt oder neues Spiel mit dem Feuer? Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor zehn Jahren streiten Finanzwirtschaft und Branchenkritiker um das Ausmaß neuer Risiken.

Jetzt muss es wieder ums Geschäft und um die Kunden gehen, und da sind Erfolge schon sichtbar", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Krautscheid, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gibt jedoch auch viele warnende Stimmen - darunter Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber. Der Gewerkschafter betonte in der "Augsburger Allgemeinen": "Es ist nicht auszuschließen, dass es wieder zu einer Krise wie 2008 kommt, denn die tieferen Ursachen für die Risiken sind nicht behoben worden.

Einerseits ist die Regulierung und Vorbeugung im Bankensektor heute deutlich ausgeprägter als beim Ausbruch der Krise durch faule Immobilienkredite in den USA. Daneben hat aber die Staatsverschuldung auch infolge der Bankenrettung zugenommen - und Zentralbanken fluteten die Finanzmärkte mit Billiggeld, was Spekulation antreibt.

Bankenvertreter Krautscheid meint: "Die Phase der eigentlichen Krisenbewältigung ist vorbei." Die Institute hätten aus der Finanzkrise gelernt und seien nun besser vorbereitet. Er schränkte ein, dass man aber weiter vorsichtig sein müsse: "Es ist viel Gutes passiert, aber da niemand weiß, wo die nächste Krise herkommt, müssen alle wachsam bleiben", mahnte er wegen hoher Schulden in Südeuropa. Nötig seien noch stärker angeglichene Rahmenbedingungen für die Regulierung des Finanzsektors in der gesamten Europäischen Union.

Huber hingegen mahnte, die Politik habe die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht hinreichend aufgearbeitet. So gebe es bis heute keine Finanz-Transaktionssteuer. Eine der politischen Folgen sei der zunehmende Populismus: "Bei vielen Bürgern hat sich leider der Eindruck festgesetzt: "Den Banken hilft man, uns aber nicht"."

Aus Sicht von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) war die Rettung von Banken mit Steuermilliarden ohne Alternative. Die damalige Bundesregierung habe vor der Herausforderung gestanden, "einen kompletten Zusammenbruch der deutschen Finanzwirtschaft zu verhindern", schrieb Scholz in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Allein den Bund dürfte die Stabilisierung des hiesigen Finanzsektors bislang etwas mehr als 30 Milliarden Euro gekostet haben. Ähnlich hoch dürfte der Anteil der Länder sein. Die genaue Bilanz lässt sich erst ziehen, wenn alle Maßnahmen in einigen Jahren zu einem Abschluss gebracht worden sind."

In der Krise waren beispielsweise der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) verstaatlicht und die WestLB abgewickelt worden. Außerdem stieg der Bund als größter Aktionär bei der Commerzbank ein, die kurz vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 die angeschlagene Dresdner Bank übernommen hatte.

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