Wildeshausen - „15, 16, 17, 18.“ Der vierjährige Luka steht auf dem Holzzaun des Gatters und zählt mit Hilfe seines Vaters die bereits geschorenen Schafe. „19, 20, 21.“ Wäre Luka den ganzen Sonntag beim Schafstall am Pestruper Gräberfeld geblieben, wäre er bei 120 gelandet. So viele Diepholzer Moorschnucken hat Holger Petzold am Sonntag ihrer Wolle entledigt. Pro Rasur benötigt er drei Minuten.

Seit zehn Jahren wird das Pestruper Gräberfeld in Wildeshausen im Frühjahr und Herbst beweidet. „Mit der Schafschur ist die Frühjahrsbeweidung beendet“, sagt Herdenbetreuer Detlef Helmers. „Am Dienstag werden die Tiere zur großen Herde auf den Schäferhof Teerling nach Ströhen gebracht.“

Die Landesforsten als Eigentümer des Pestruper Gräberfeldes nutzten die öffentliche Schafschur, um die Besucher über ihre Arbeit und die Geschichte des Gräberfeldes zu informieren. Es wurden auch Führungen zur urgeschichtlichen Bedeutung und zur Heidebewirtschaftung angeboten. Zum Unterhaltungsprogramm gehörten Mitmach-Aktionen wie Bogenschießen und Wolle filzen.