Reekenfeld - Bäume soweit das Auge reicht. Gestaffelt von klein nach groß. Aber alle von einem dunklen satten Grün und ziemlich nadelig. Beim Gartenbau-Betrieb Stoyke an der Glittenbergstraße in Reekenfeld werden Weihnachtsbäume angepflanzt. „Vor allem Nordmanntannen. Die haben einfach eine schönere Farbe als Fichten“, findet Andreas Stoyke, der den Familienbetrieb leitet. Seine Familie bewirtschaftet den Hof schon in der dritten Generation. „Doch neben der Landwirtschaft brauchten wir ein zweites Standbein. Und so habe ich mit den Bäumen angefangen“, erinnert sich Stoyke.

Zum Hof gehören rund 27 Hektar Land, vier davon stehen voller Tannen. „Es sind so um die 15 000 Stück“, sagt der erfahrene Gartenbauer und ergänzt: „Wir setzen in jedem Frühjahr so um die 1200 neue Jungpflanzen ein.“ Jung heißt in diesem Fall etwa vier Jahre alt. Dann sind die Tännchen 25 Zentimeter hoch gewachsen. Um irgendwann festlich geschmückt in einem Wohnzimmer zu stehen, ist das natürlich viel zu klein. „Das Standardmaß eines Weihnachtsbaums beträgt etwa zwei oder zweieinhalb Meter“, berichtet der 39-Jährige. Bis es soweit ist, werden sie mindestens zehn Jahre in Reekenfeld gepflegt. Dazu gehört neben düngen und dem regelmäßigen freischneiden der Flächen auch das Bewässern. „Besonders in diesem Sommer haben wir fast ununterbrochen die Beregnung laufen lassen müssen“, denkt Andreas Stoyke an die heißen Monate. Die Anzucht ist also durchaus aufwendig. In den Anfängen haben noch Fichten zum Angebot gehört. „Die sind früher reif, aber sie nadeln auch schneller und sind sehr pieksig“, begründet Stoyke die Fokussierung auf die Nordmanntannen.

Apropos nadeln: Wie lange hält sich denn so eine zünftige Tanne? „Damit der Baum nach dem Schlagen frisch bleibt, ist es günstig, ihn in Wasser stehen zu lassen“, gibt Stoyke einen Tipp. Und: „Umso kühler er es hat, desto länger geht’s ihm gut. 27 Grad direkt neben dem Kamin gefallen ihm nicht so sehr.“ Dennoch, den Baum einige Wochen stehen zu lassen sei überhaupt kein Problem, beruhigt der Experte. „Kurz bevor der Baum in den Ständer kommt, kann man unten noch eine Scheibe vom Stamm abschneiden“, rät der Gartenbauer. Dann könne sich die Pflanze das Wasser besser ziehen.

Und nun mal Tacheles: Was kostet so ein Schmuckstück? „Die Preise haben sich trotz des trockenen Sommers gehalten. Ich habe seit sechs Jahren nicht erhöht“, erklärt Stoyke. Für den Standardbaum können Kunden mit etwa 30 Euro rechnen. Alles unter zwei Metern schlägt mit 25 Euro zu Buche. Besonders große Bäume kosten etwa 35 Euro. „Wenn man das aufs Jahr herunterrechnet, die der Baum hier steht, sind das etwa drei Euro.“

Etwa 50 Prozent Ausschuss sei jährlich dabei. „Man kann die Qualität ein wenig durch die Jungpflanzen beeinflussen. Aber dann braucht es einfach Glück und gutes Wetter“, kennt Stoyke die wichtigsten Komponenten. Stichwort Wetter: „Am gefährlichsten ist Spätfrost, noch im Mai. Dann haben die Bäume schon neue Triebe ausgebildet. Die sind sehr kälteempfindlich und sterben dann ab.“


Wer Lust hat, seinen Tannenbaum nicht nur selbst auszusuchen, sondern auch selbst ganz frisch zu schlagen, der ist bei den Stoykes genau richtig. „Schon Anfang November kommen die ersten Familien und markieren ihren Wunschbaum“, erzählt der Fachmann. Besonders für Kinder sei es ein schönes Erlebnis, den Weihnachtsbaum mit den eigenen Händen abzusägen. Auch Nordmanntannen mit Ballen und im Topf werden angeboten. Diese können nach dem Fest noch im Garten eingebuddelt werden.  Der Baumverkauf startet in Reekenfeld am Mittwoch, 12. Dezember. Immer zwischen 9.30 und 17 Uhr können Besucher dann bis zum heiligen Abend eine Tanne kaufen.