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Von Karsten Röhr
Frage:
Leiden Sie unter dem Wetter?
Bargmann:
Das Wetter an sich, da fehlt nichts dran. Wenn wir hier auf’m Markt stehen, wär’s nur besser, wenn es nachts regnen würde. In der Baumschule müssen wir noch viele Pflanzen umsetzen, da ist die Witterung sogar ganz gut. Im Übrigen gehören die Eisheiligen nun mal dazu. Wenn in den nächsten Tagen die Sonne kommt, ist alles in Ordnung.
Frage:
Und Sie stört der Regen überhaupt nicht?
Bargmann:
Bei diesem Wetter schaffe ich nicht die Hälfte, die Arbeit geht einem ganz anders von der Hand. Aber es muss ja was passieren. Die Leute wollen jetzt die Sommerblumen pflanzen, die wollen ja zu Pfingsten den Garten schön haben.
Frage:
Leiden die Pflanzen unter der Witterung? Hier auf dem Markt sagen Händler, dass der Spargel teurer wird wegen des Regens.
Bargmann:
Die kühlen Temperaturen hemmen das Wachstum, das betrifft aber nur den Spargel. Im eigenen Garten wird man das kaum merken: Wer pflanzt denn selber noch Gemüse und dann noch ohne Gewächshaus? Ich habe Frühkartoffeln gepflanzt, aber wenn die ein bisschen später kommen, was soll’s?
Frage:
Wie ist der Marktbetrieb an so einem kalten Aprilwettertag wie heute?
Bargmann:
Der Betrieb ist ’ne Katastrophe an so einem Dienstag. Das liegt aber weniger am Wetter als daran, dass die Leute heute an jeder Ecke alles kriegen. Es geht alles nur aufs Große. An der holländischen Grenze macht jetzt einer 40 Hektar unter Glas, die machen alles kaputt. Da hab’ ich als kleiner Krauter mit meinen zehn Buchsbäumen nichts zu melden.
Frage:
Un
d wer kommt trotzdem?
Bargmann:
Die es gewohnt sind und wissen, dass sie ihrem Händler vertrauen können und die auch die Atmosphäre schätzen. Aber die, die nur noch in den Supermarkt gehen, die fehlen uns schon.
Der Baumschulist Benno Bargmann (61) verkauft seit 33 Jahren Pflanzen auf dem Pferdemarkt und gestaltet Oldenburger Gärten. Er äußert sich zu den Auswirkungen des Wetters.