Wildeshausen - „Regionale Sparkassen wie die LzO und ihre Kunden dürfen nicht für die Verbindlichkeiten von europäisch und weltweit agierenden Großbanken haften.“ Das betonte Harald Tölle, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) beim regionalen Pressegespräch der LzO am Freitag in Wildeshausen. Die bewährten deutschen Sicherungssysteme, die bei den Sparkassen einen vollständigen Institutsschutz und nicht nur die Rückzahlung von Einlagen vorsähen, müssten angemessen berücksichtigt werden.
Gemeinsam mit Michael Thanheiser, Mitglied des LzO-Vorstandes, und den LzO-Regionaldirektoren Jörg Niemann (Privatkunden Region Wildeshauser Geest), Hans-Jürgen Pooch (Firmenkunden Region Wildeshauser Geest), Thomas Steinhoff (Privatkunden Stadt Delmenhorst) und Heinz Barlage (Firmenkunden Stadt Delmenhorst) wies Tölle darauf hin, dass die LzO im ersten Halbjahr vor allem im Kreditgeschäft gewachsen sei. Die Ausleihungen an Kunden erhöhten sich um 83,5 Millionen Euro oder 1,2 % auf 6,84 Milliarden Euro. Die Kredite an Firmenkunden und gewerblich Tätige seien mit einem Plus von 51,5 Millionen Euro stärker als die Kredite an Privatkunden gewachsen (plus 20,6 Millionen Euro).
Bei den gewerblichen Kunden gab es eine sehr rege Nachfrage nach Finanzierungsmitteln. Dies führte zu einer Zusage von neuen Krediten und Darlehen in Höhe von 350 Millionen Euro (Vorjahr: 265 Millionen Euro).
Im Leasing-Geschäft war diese lebhafte Nachfrage laut Tölle ebenfalls spürbar. Das Neugeschäftsvolumen übertraf mit 20 Millionen Euro nochmals um drei Millionen Euro das sehr gute Vorjahresergebnis. „Mit unserem Finanzierungsangebot stützen wir die regionale Konjunktur nachhaltig“, betonte er.
Wie Thanheiser ergänzte, wird das Einlagengeschäft nach wie vor vom sehr niedrigen Zinsniveau beeinflusst. Die Kunden verwendeten ihre Gelder für Immobilien und Konsum. Neuanlagen erfolgten kurzfristig als Sichteinlagen oder Tagesgeld. Insgesamt betragen die Kundeneinlagen bei der LzO zur Jahresmitte 5,88 Milliarden Euro.
Laut Thanheiser haben die LzO-Kunden – trotz sehr konservativer Grundeinstellung – mit einem Plus von rund 26 Millionen Euro die günstige Situation an den Wertpapierbörsen genutzt und im ersten Halbjahr deutlich mehr neue Wertpapiere und Fondsanteile gekauft als verkauft.
Einen wahren Höhenflug erlebe derzeit das oft zu Unrecht verspottete Bausparen. Zur Jahresmitte konnte mit einem Volumen von mehr als 117 Millionen Euro (6446 neue Verträge) ein um rund 24 Prozent höheres Vertragsvolumen als im Vorjahr für den Verbundpartner LBS Nord erzielt werden.
Das extrem niedrige Zinsniveau wird laut Tölle den Geschäftsverlauf auch im zweiten Halbjahr bestimmen. Die aktuelle Zinsstrukturkurve lasse einen geringeren Zinsüberschuss erwarten. Die Aufwands- und Ertragspositionen lägen zur Jahresmitte im Rahmen der geplanten Werte, so dass von einem Jahresüberschuss in etwa auf Vorjahreshöhe auszugehen sei.
