Wesermarsch/Wilhelmshaven - Jungen Menschen Berufsorientierung geben, Fachkräfte qualifizieren und ein Bewusstsein für die Region und die maritime Wirtschaft wecken: Mit diesen ehrgeizigen Zielen haben sich jetzt Verbände aus Wirtschaft und Bildung unter Federführung der Jade-Bay GmbH zusammengefunden. Herausgekommen ist das Projekt „Zukunft Meer – mehr Zukunft“, das in den Räumen der in Wilhelmshaven angesiedelten Entwicklungsgesellschaft Jade-Bay GmbH vorgestellt wurde.
„Wie bekommen wir junge Leute dazu, dauerhaft in der Region zu bleiben?“, dieses sei die Ausgangsfrage gewesen, erklärte Kristine Ambrosy-Schütze von der Maritimen Interessen Gemeinschaft. Die Antwort: Man muss den jungen Menschen sich in der Region bietende Chancen verdeutlichen. Um das zu schaffen, bedarf es eines klaren Profils – und einer bestmöglichen Bündelung vorhandener Ressourcen.
Darum sei man schnell auf die Idee gekommen, direkt an die Schulen zu gehen. Im ersten Schritt fiel die Wahl auf die Oberschulen der Jade-Bay-Region, also in Wilhelmshaven, Friesland, Wittmund und der Wesermarsch. Denn in deren Lehrplan ist die Beschäftigung mit der regionalen Wirtschaft fest verankert – „in der Zukunft sollen aber auch gerne Gymnasien hinzukommen“, hofft Michael Koch, Bereichsleiter beim Institut für Ökonomische Bildung.
Funktionieren soll das Ganze dann so: Unter Beteiligung der Kooperationspartner und Lehrkräfte soll ein Konzept für eine dreimonatige Unterrichtseinheit im Profilfach Wirtschaft der neunten und zehnten Klassen erarbeitet werden. Beginnend mit Allgemeinem, wie regionalen Besonderheiten und der maritimen Wirtschaft, soll sich bis hin zu konkreten Berufsbildern vorgearbeitet werden. Auch Besuche bei Unternehmen sind vorgesehen.
Rund 60 maritime Berufsfelder sind allein in der Datenbank von „QualiMare“ erfasst. Problem: „Viele sind kaum bekannt“, sagt Joe Keller, der das Verzeichnis mit erstellt hat. Handwerk, Kaufmännisches oder Studienberufe – die Hafenwirtschaft und deren Kooperationspartner bieten jungen Menschen viele Chancen.
Um da die Orientierung weiter zu vereinfachen, sind nun im Rahmen des Projekts auf einer Internetseite Berufsbilder, Unternehmen und Praktikumsplätze zusammengefasst worden. Los gehen soll es an den Schulen im Sommer. Beteiligt sind bislang die Oberschule 1 aus Nordenham und die Oberschule aus Tossens. Bis zu acht könnten es noch werden – schließlich soll das Projekt auch angemessen begleitet werden.
