Oldenburger Land - Die Bauern aus dem Oldenburger Land sind Gülle-Meister: In keinem anderen Landstrich Niedersachsens wird mehr Gülle produziert. Rund 2,3 Millionen Tonnen Gülle und Gärreste haben die Region im Wirtschaftsjahr 2013/14 nach Angaben von Naturschützern verlassen. Verteilt worden sind sie auf Feldern in der Region Hannover (850 000 Tonnen), in der Region Lüneburg (490 000 Tonnen) und rund um Braunschweig (180 000 Tonnen). Weitere 760 000 Tonnen sind auf Feldern in anderen Bundesländern und dem Ausland gelandet. Diese Zahlen, die der NWZ  vorab vorlagen, stellt der BUND an diesem Mittwoch in Berlin vor.

Das Problem: Insbesondere die Landwirte in den Kreisen Cloppenburg und Vechta verfügen zwar über eine stattliche Anzahl von Masttieren, jedoch kaum über Flächen, um deren Exkremente zu verteilen. Experten sorgen sich aufgrund überdüngter Felder seit langem schon um die Qualität des Grundwassers.

Und eine Trendwende in der Tierhaltung sei in der Region nicht zu erkennen, sagt BUND-Agrarreferent Tilman Uhlenhaut im NWZ -Gespräch. Er fordert, dass die „Symptomdokterei“, das Hin- und Herfahren der Gülle, aufhören muss. „Das ist keine Lösung, alles auf den Lkw zu laden und wegzufahren“.

Stattdessen sollten die Landwirte in der Region ihre Tierbestände herunterfahren. Gegenwind bekommt Uhlenhaut vom niedersächsischen Landvolkverband. „Wachstum ist notwendig, um die Betriebe zu erhalten“, sagt Sprecherin Gabi von der Brelie.

Das ist falsch, sagt Uhlenhaut. Schon jetzt sei der Markt mit Tierfleisch übersättigt – deswegen fallen die Preise in den Keller. Je mehr Angebot, desto geringer der Preis.