Oldenburg - Aktuelle Lage gut, Erwartungen für die kommenden Monate gedämpft: So lässt sich wohl am besten die derzeitige Stimmung der Unternehmen im Oldenburger Land wiedergeben.

Nach den am Montag veröffentlichten Ergebnissen der Konjunkturumfrage der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) für das erste Quartal bezeichnen 36 Prozent der rund 500 befragten Firmen ihre derzeitige Lage als gut, lediglich elf Prozent als schlecht. Im Hinblick auf die Erwartungen halten sich – wie schon im Vorquartal – dagegen Optimisten und Pessimisten die Waage. Insgesamt sei die regionale Wirtschaft aber gut ins Jahr gestartet, so die Kammer.

Unterm Strich fällt der IHK-Konjunkturklimaindex, der sich aus Lage- und Erwartungseinschätzungen zusammensetzt, aber gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Punkte auf 114,1 Zähler. Gegenüber dem Wert vom ersten Quartal 2015 steigt das Stimmungsbarometer der regionalen Wirtschaft dagegen um 0,9 Punkte.

„Vor allem das Dienstleistungsgewerbe, das Baugewerbe und der Großhandel sind aktuell sehr zufrieden“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters. Das Baugewerbe profitiere von der anhaltenden Nachfrage nach Wohneigentum, dem Großhandel kämen Logistik- und Angebotserweiterungen und eine leichte Wiederbelebung des Iran-Geschäfts zugute und der niedrige Dieselpreise treibe das Transport- und Logistikgewerbe an.

„Der Auftragseingang in der Industrie war den Unternehmensangaben zufolge im ersten Quartal leicht rückläufig, aber noch auf zufriedenstellendem Niveau“, sagte Peters. Die schwache Auslandsnachfrage sei durch eine gute Nachfrage aus dem Inland kompensiert worden. Die Umsätze seien im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent gestiegen.


Im Einzelhandel sei die Stimmung zwar noch gut, sie habe sich gegenüber dem Vorquartal aber spürbar verschlechtert. Das wechselhafte und regnerische Wetter hat sich negativ auf die Konsumfreude ausgewirkt, so die IHK.

„Für 2016 erwarten die Unternehmen keine großen Sprünge“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer mit Blick auf die Erwartungen. Die Kammer führt dies auf eine Gemengelage an Unsicherheiten zurück. „Viele Schwellenländer kämpfen derzeit mit wirtschaftlichen Problemen und auch Europa ist noch nicht über den Berg“, erklärt Peters. Vielen regionalen Unternehmen fehle die Nachfrage aus China und Russland.

Auch bürokratische Hemmnisse und anziehende Personalkosten bereiten einigen Betrieben Sorgen. „Daher bleibt die Investitionslage unbefriedigend und ein nachhaltiger Aufschwung vorerst in weiter Ferne“, so Peters.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft