Oldenburg/Vechta/Emden - Der Arbeitsmarkt im Nordwesten kommt wieder in Schwung. Allerdings fiel der saisontypische Rückgang der Arbeitslosenzahlen im März nicht ganz so stark aus wie in früheren Jahren. Insgesamt waren im Oldenburger Land und Ostfriesland 56 402 Menschen arbeitslos gemeldet, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagenturen Oldenburg-Wilhelmshaven, Emden-Leer und Vechta hervorgeht. Das waren 2871 weniger als im Februar, aber 1610 mehr als vor einem Jahr.
„Der Arbeitsmarkt hofft auf steigende Temperaturen“, stellte Rolf Isenburg, Bereichsleiter in der Agentur für Arbeit Emden-Leer, fest. „Nach vier Monaten in Folge mit saisontypisch gestiegenen Arbeitslosenzahlen brachte der März den erwarteten Rückgang der Arbeitslosigkeit“, sagte Berndt Wozniak, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. Es sei zu ersten Einstellungen im Garten- und Landschaftsbau, in der Bauwirtschaft und in der Touristikbranche gekommen. „Allerdings fiel die saisonale Entlastung durch den außergewöhnlich langen Winter geringer aus als in den Vorjahren“, so Wozniak.
Im Oldenburger Land ging die Zahl der Erwerbslosen im März gegenüber dem Vormonat um 1492 auf 37 584 zurück. Das waren zugleich 812 mehr als vor einem Jahr.
Etwas deutlicher fiel der Rückgang im stärker touristisch geprägten Ostfriesland aus. Hier waren im März 18 818 Menschen ohne Job. Das waren 1379 weniger als im Februar, aber 798 mehr als vor einem Jahr.
Auch niedersachsenweit ist die Beschäftigung weiter gestiegen, allerdings geringer als in konjunkturstarken Phasen. Vor allem der langanhaltende Winter bremste eine nachhaltige Belebung des Arbeitsmarktes aus, berichtete die Bundesagentur für Arbeit in Hannover. Insgesamt waren in Niedersachsen im März 278 912 Arbeitslose registriert – 2,6 Prozent weniger als im Februar, aber 2,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber Februar von 7,1 auf 6,9 Prozent.
Besonders erfreulich: In Niedersachsen ging im März die Jugendarbeitslosigkeit deutlich zurück. Insgesamt waren zwischen Harz und Küste 27 760 junge Leute unter 25 Jahren erwerbslos gemeldet – das entsprach einer Abnahme von 4,9 Prozent im Vergleich zum Februar. Allerdings liegt der Wert im Vergleich zum März des Vorjahres um 4,9 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote unter den Jüngeren sank von 6,4 Prozent im Februar auf 6,1 Prozent.
Gegen den bundesweiten Trend nahm die Zahl der Arbeitslosen im Land Bremen leicht zu. Insgesamt waren dort 38 314 Menschen im März ohne Job – 0,5 Prozent mehr als im Februar und 3,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 11,6 Prozent (Vormonat: 11,5).
Im Nordwesten ging die Zahl der Arbeitslosen besonders stark in den Landkreisen Wittmund und Ammerland zurück. Hier wurden im März 12,1 bzw. 11,7 Prozent weniger Arbeitslose registriert als im Februar. Dagegen nahm die Arbeitslosenzahl in der Stadt Delmenhorst gegen den Trend leicht um 0,8 Prozent zu.
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent liegt der Landkreis Vechta nun wieder auf Rang zwei in Niedersachsen und hat den Kreis Osnabrück (4,1 Prozent) hinter sich gelassen. Die niedrigste Erwerbslosenquote im Land weist weiter das Emsland mit 3,9 Prozent auf. Demgegenüber ist die Quote in der Stadt Wilhelmshaven mit 12,7 Prozent niedersachsenweit weiterhin am höchsten.
