Der Lebensmitteleinzelhandel entdeckt zunehmend die Lebensmittel aus der Region. Die Konzepte der Lebensmittelhändler – seien es Bünting im Nordwesten oder die Riesen Rewe und Edeka – sind unterschiedlich, verbunden ist damit immer die Erwartung, dass das Unternehmen von der Wertschätzung des Kunden für seine Heimat profitiert.

Rewe nennt beispielsweise als Begründung für sein Engagement, mit regionalen Lebensmitteln werde dem ,,Wunsch der Kunden nach einem Stück Heimat angesichts einer globalisierten Welt" entsprochen. In der Tat lassen sich auch aus Kundensicht eine ganze Reihe guter Argumente für diesen Trend anführen. Faktisch bedeutet ,,regional" vor allem Frische, zumindest bei saisonalen Produkten, wie Obst und Gemüse, und kürzere Transportwege, was mittelbar dem Klima zugute kommt.

Auf Seiten der Lebensmittelhersteller können insbesondere landwirtschaftliche Direktvermarkter vom Trend zu Regionalsortimenten in den Supermärkten profitieren. Hier eröffnet sich, entsprechendes Know how vorausgesetzt, eine durchaus lukrative zusätzliche Vertriebsschiene.

In einem entsprechenden Projekt der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft kam z.B. die Edeka Minden-Hannover mit 26 niedersächsische Direktvermarkter ins Gespräch, neun davon schafften die Listung im Supermarktsortiment. Durch die Zusammenarbeit mit der Edeka machen diese Direktvermarkter jetzt zusätzliche, von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedliche Jahresumsätze, die zwischen 100 Euro und bis zu 300 000 Euro liegen.

Nach Einschätzung der Marketinggesellschaft werden Regionalsortimente im Lebensmitteleinzelhandel weiter zunehmen. Sie werden zwar immer nur einen kleinen Anteil am Gesamtsortiment eines Lebensmitteleinzelhändlers haben, dennoch bietet der Trend Chancen für kleine und mittelständische Hersteller und auch für Direktvermarkter.


So gewinnen nicht nur die Kunden, sondern die Region beziehungsweise die ländlichen Räume in Niedersachsen insgesamt: Zum Beispiel durch eine vielfältige und damit krisenfestere Wirtschaftsstruktur, womöglich mit neuen oder gesicherten Arbeitsplätzen.

Autor des Beitrags ist Peter Wachter, Sprecher der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft.