• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Regionales Handwerk baut auf Flüchtlinge

24.06.2015

Oldenburg Für mehr Investitionen in die Infrastruktur im Nordwesten und klar für den Bau der geplanten Küstenautobahn A20 hat sich Manfred Kurmann, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Oldenburg, ausgesprochen. Auf der Vollversammlung der Kammer am Dienstag in Oldenburg mahnte er zudem eine stärkere Öffnung des Handwerks auch im Hinblick auf leistungsschwächere Schüler und Flüchtlinge an, um dem demografischen Wandel begegnen zu können.

„In der ,A20-Region’ werden Arbeitsplätze entstehen“, zeigte sich Kurmann überzeugt. Zudem werde die verkehrsmäßige Entlastung sowie die Stärkung der maritimen Wirtschaft positive Auswirkungen für das Handwerk entwickeln.

Kurmann forderte auch mehr Investitionen in leistungsfähige Internetverbindungen, den „Abbau unnötiger Bürokratie“ und eine „mittelstandsgerechte Neuregelung der Erbschaftsteuer“. Nur so bleibe das Handwerk auch für eine Unternehmensnachfolge attraktiv.

Zugleich wies Kurmann auf Herausforderungen durch die alternde und schrumpfende Bevölkerung hin. „Wir müssen uns perspektivisch öffnen“, sagte er im Hinblick auf den drohenden Fachkräfteengpass. Besonders in den Blick nahm er dabei neben Abiturienten und leistungsschwächeren Schülern auch Flüchtlinge. „Wir wollen nicht, dass diese Menschen beschäftigungslos in ihren Unterkünften sitzen“, sagte er. „Wer handwerkliches Geschick hat und handwerklich tätig sein möchte, sollte die Möglichkeit haben, hierbei gefördert zu werden“, sagte er.

Um für junge Leute attraktiv zu bleiben bzw. zu werden, müsse das Handwerk zugleich auch weiter an seinem Image feilen, so Kurmann. Positiv hob er dabei die Imagekampagne des Wirtschaftszweigs hervor, die die Wahrnehmung gerade bei Jugendlichen deutlich gesteigert habe.

Wie dringend notwendig Maßnahmen der Betriebe sind, um dem demografischen Wandel zu begegnen, zeigte auch Gastredner Lutz Stratmann auf. Der Geschäftsführer der Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft wies darauf hin, dass sich die Zahl der Geburten zwischen 1964 (1,4 Millionen) und 2014 (670 000) mehr als halbiert habe. „Diese Entwicklung ist unumkehrbar“, sagte der frühere Landesminister für Wissenschaft und Kultur und werde sich auch dramatisch auf die Zahl der Erwerbstätigen auswirken.

Studien zufolge werde das Erwerbstätigenpotenzial in Niedersachsen bis 2030 im Schnitt um 17,1 Prozent zurückgehen – am schwächsten im Landkreis Cloppenburg (- 7,1 Prozent), am stärksten in Osterode (- 34,4 Prozent).

Um diesen Rückgang abzufedern, sind laut Stratmann vor allem drei Dinge entscheidend. Erstens gebe es immer noch erhebliche Potenziale, die man ausschöpfen könne, etwa bei Älteren, Frauen und Zuwanderern. Zweitens komme der Bindung der eigenen Mitarbeiter und die Attraktivität als Arbeitgeber eine immer wichtigere Bedeutung zu. Und der dritte Schlüssel sei eine altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung, was auch Fragen des Gesundheitsmanagements und eine lebenslange Qualifizierung mit einschließe. „Der Wert Ihres Unternehmens hängt wesentlich vom Wert Ihrer Mitarbeiter ab“, betonte Stratmann gegenüber den Handwerksvertretern.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

Weitere Nachrichten:

Handwerkskammer Oldenburg

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.