Hasbruch/Ganderkesee - Die Nachricht, dass die Gemeinde in Hohenböken 25 000 Euro in den Bau eines Reitweges investieren möchte, um einen Lückenschluss zum Hasbruch zu schaffen, sorgte bei Ute Bekusch für Stirnrunzeln. Die 40-Jährige reitet seit Jahren von Kühlingen aus in den Wald – doch das, so sagt die Pferdebesitzerin, sei schon lange kein Vergnügen mehr.

„Die Wege sind total zugewachsen und zum Teil geschottert. Da mag kein Pferd auftreten“, sagt die Heiderin. Auf einer Holzbrücke, über die der Reitweg führt, hätten sie und ihre Mitreiter inzwischen Angst, einzubrechen. Außerdem vermisst Ute Bekusch an den Stellen, an denen in den Waldweg eingeritten werden darf, eindeutige Hinweisschilder. Nur teilweise seien an den Einritten während der Schlechtwetterzeit Verbotsschilder zu finden.

Letzteres bestätigt Revierförster Jens Meier. Liege der Zugang im Naturschutzgebiet – wie beispielsweise an einer Stelle in Westerloge –, dann sei ein Verbotsschild nicht erforderlich, da in diesem Bereich das Reiten grundsätzlich nicht gestattet sei. Stattdessen werde hier in jedem Jahr ab dem Zeitpunkt der Freigabe der Wege ein explizites Gebotsschild aufgestellt.

Kritik am Zustand der Wege lässt Meier für die laufende Saison nicht gelten. „Der Reitweg im Hasbruch ist derzeit überhaupt noch nicht freigegeben“, betont er. Wer die noch immer durchnässten Wege jetzt bereite, hinterlasse bis zu 60 Zentimeter tiefe Spuren im Waldboden. „Es gibt Reiter, die sich an diese Verbote nicht halten“, kritisiert Meier.

Darum, dass die Wege bereitbar sind, kümmern sich die Landesforsten zusammen mit dem Reiterverein Grüppenbühren. „Die Wege sind jedes Jahr vernünftig freigeschnitten worden, und wir haben sie immer nach der Brut- und Setzzeit gemulcht“, betont Meier.


Eine Reitwegekarte für den Hasbruch existiert zwar, sei aber vergriffen, so Meier. In den Reitervereinen liege sie aber vor. Eine Karte für das gesamte Gemeindegebiet soll – wie auch ein neues Kennzeichensystem für Reiter – im Zusammenhang mit dem entstehenden Reitwegekonzept eingeführt werden. Die vorhandenen Kopfnummern für Pferde sind seit vorigem Jahr vergriffen (die NWZ  berichtete).

Ein Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Verwaltung, der Landesforsten und der Reitervereine, hat 2013 zweimal getagt. Revierförster Meier hat die Gespräche als „sehr konstruktiv“ empfunden. Wenn das Konzept umgesetzt wird, werden Reiter voraussichtlich etwas mehr Klarheit darüber bekommen, wann und wo genau im Wald geritten werden darf.

Was ist daraus geworden? Die NWZ hakt nach bei Themen, die fast schon vergessen sind .

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee