Oldenburg - Mit dem Rentenpaket zum 1. Juli – Mütterrente sowie abschlagfreie Rente mit 63 für langjährig Versicherte – gibt es nach drei Jahrzehnten erstmals wieder Verbesserungen der materiellen Absicherung in der Rentenversicherung. Darauf wies die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Oldenburg-Bremen, Marita Rosenow, bei der Vertreterversammlung am Dienstag hin. Nach ihren Angaben dürften in den ersten Jahren zehn Millionen Versicherte und Rentner davon profitieren.

Die Rentenversicherungsträger seien jetzt in die Umsetzungsphase übergegangen, berichtete Geschäftsführer Peter-Oliver Weber. Die Nachzahlungen im Zuge der Mütterrente – mit Kindererziehungszeiten vor 1992 – würden ab Ende September rückwirkend zum 1. Juli nachgezahlt, ohne neuen Antrag. Bei der DRV Oldenburg-Bremen seien 106 000 Renten betroffen. Weber rechnet mit Nachzahlungskosten von etwa 31 Millionen Euro.

Nach Einschätzung der Vertreterversammlung sollten Mütterrenten nicht aus Beitragsmitteln, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und versicherungsfremde Leistung aus Steuermitteln finanziert werden. Die jährlich geschätzten Mehrausgaben von über sechs Milliarden Euro würden der Rentenversicherung aber nur teilweise und erst ab 2019 erstattet.

Weber machte deutlich, dass die Nachhaltigkeitsreserve der Rentenversicherung dann auch an der unteren Grenze von 0,2 Monatsausgaben angekommen ist, was Beitragserhöhungen zur Folge habe. Die Kosten für das Rentenpaket werden bis 2020 auf 60 Milliarden Euro geschätzt. „Davon tragen 60 Prozent die Beitragszahler, 25 Prozent die Rentner und nur 15 Prozent die Steuerzahler,“ so Weber, der darauf hinwies, dass die Mehrkosten die Rentenanpassung im kommenden Jahr um 1,4 Prozent dämpfen werde.

Die DRV-Oldenburg-Bremen schneidet derweil in Effizienz-Vergleichen weiter sehr gut ab. Rosenow lobte die Ergebnisse. „Wir liegen in vielen Bereichen auf Spitzenpositionen.“ Stolz sei man, dass dies auch für die Kundenzufriedenheit gelte. Stillstand bedeute bald Rückstand – und so werde die Verwaltungsmodernisierung vorangetrieben, etwa durch die Einführung der elektronischen Akte.