Oldenburg - Das „Vapiano“ am Kasinoplatz hat vor einiger Zeit eine kleine Fläche vor dem Lokal für Tische und Schirme zugeschlagen bekommen, auf der zuvor Behindertenparkplätze waren. Die Behindertenparkplätze sind ein Stück nach links gerückt worden und alles in allem sind zwei normale Parkplätze weggefallen. Der Verlust für den Stadtsäckel sollte sich z.B. über entsprechende Gewerbesteuer-Mehreinnahmen ausgleichen, die das „Vapiano“ durch die Zusatzfläche erzielt. Nun fragt sich NWZ -Leser Jürgen Dreesmann – über die neue Serie „Nachgefragt“ –, „ob dieser Effekt eingetreten ist, oder zahlt der Oldenburger Bürger drauf?“

Die NWZ  fragte bei der Stadt und beim „Vapiano“ nach. Stadtkämmerin Silke Meyn sagt: „Den Ausfall der Parkgebühren können wir nur schätzen anhand des Parkgebührenaufkommens und der Auslastung auf dem Parkplatz. Wir gehen von rund 4000 Euro pro Jahr aus.“ Gegenzurechnen seien noch die Sondernutzungsgebühren (etwa für Schirme und Tische) von 275 Euro jährlich. Ob der erwartete Effekt eingetreten sei, könne die Stadt aber „nicht sagen“, zumal das Steuergeheimnis zu wahren sei.

Reiner Dworaczek, der das „Vapiano“ als Franchise-Nehmer betreibt, sagte auf Anfrage, er zahle die 4000 Euro Parkgebühren-Ausfallsumme (plus mehrere hundert Euro Sondernutzungsgebühren) nun jährlich an die Stadt. Außerdem fließe „unterm Strich mindestens der gleiche Betrag über Gewerbesteuer-Mehreinnahmen an die Stadt“. Damit mache die Stadt alles in allem durch die Regelung sogar einen Gewinn. Er sei dennoch froh, dass die Regelung gefunden wurde und er zu den fünf bestehenden Außentischen (die schon vorher jenseits der Parkfläche standen) weitere sechs dazu habe stellen können: „Eine größere Außenterrasse ist fürs Image und die Außenwirkung wichtig.“ Dass er die Terrasse in diesen Breiten nur das halbe Jahr nutzen könne aber voll bezahle, sei zwar schade, aber korrekt, da die Parkgebühr ja auch das ganze Jahr entfalle.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg