RETHORN - Nur nagerfreundliches Holz wird zusammengenagelt. Bunte Farbtupfer zieren Dach und Wand.

von daniela zenth

RETHORN - Handwerkliches Geschick und eine blühende Fantasie waren gestern die besten Voraussetzungen für neun Kinder, um für den Nager daheim ein farbenfrohe bemaltes Holzhäuschen zu bauen.

Der Jugendtreff in Rethorn hatte zu diesem Zweck den großen Aufenthaltsraum vorübergehend in eine Werkstatt umfunktioniert. Die Idee zu der Aktion „Nagerhäuschen selber bauen“ war Jugendhausleiterin Nina-Verena Müller gekommen, weil sie selbst „Hasenbesitzerin“ ist, und weil „ich es schön finde, wenn Kinder sich etwas für ihre Haustiere überlegen“.

Bevor sich die jungen Handwerker auf die weichen vorgefertigten Pappelholzteile stürzen konnten, mussten sie jedoch zunächst einmal den ungefähren Körperumfang ihres pelzigen Freundes kennen – schließlich soll Meerschweinchen „Schnukie“ ja auch durch die Tür passen.

Dann kam die Laubsäge zum Einsatz. Paarweise halfen sich die Kinder beim Aussägen und Zusammennageln der Wände.


„Dabei ist es besonders wichtig, nur unbehandeltes Holz zu verwenden“. Denn die Nagetierchen tragen ihren Namen nicht zu Unrecht. Früher oder später wird auch das schönste Domizil als ein Haufen Sägespäne in der Käfigecke enden. Deshalb pinselten die kleinen Künstler ihre Sonnen, Krokodile, Blumen, Hasen und Markisen auch nur mit ungiftiger Farbe auf das Holz.

Ein Tipp: Beim Bemalen keine Wasserfarben nehmen, „die verlaufen nämlich zu stark durch die Holzfasern“, rät Nina-Verena Müller. Und ihre beiden Helfer Christine Bell und Hauke Bruns (Zimmermann) gaben Hilfestellung und passten auf, dass die Farbe nicht auf dem T-Shirt-Ärmel, sondern auf dem Holzhäuschen landete.

„Die Kinder waren den ganzen Nachmittag über mit Spaß und Eifer dabei“, lobte Müller. Cindy Rodewyk (8) aus Schierbrok hatte sich für den Kursus angemeldet, weil Zwergkaninchen „,Nicki‘ endlich eine eigene Wohnung haben soll.“ Und auch der achtjährige Peter Feuge ist mit seinem Luxus-Meerschweinchen-Bungalow inklusive Markise sehr zufrieden. „Ich habe schon einmal ein Haus für Schnukie gebaut, aber dafür ist mein Haustier mittlerweile zu groß geworden“, sagt er.

Da die Farbe schnell trocknet, haben kleine und große Nager wohl schon gestern Abend neugierig ihren neuen Unterschlupf inspiziert.