Rethorn/Ganderkesee - „Wir brauchen fachkundige Beratung!“ Es klang fast wie ein Hilferuf, was Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, am Mittwochabend im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz am Ende seines Vortrages über die Situation rund um den Kamerner See und benachbarte Teiche in Rethorn sagte. Dazu trug auch sein Eingeständnis bei, dass Unterlagen über die Entstehung der Teiche und die Bebauung vor mehr als 50 Jahren im Rathaus kaum mehr vorhanden seien.

Wie mehrfach berichtet, wird vor allem ein privater Teich am Schwanenweg, aber auch der mit ihm über ein Pumpensystem verbundene große Kamerner See, durch Nährstoffe und daraus resultierenden Sauerstoffmangel belastet. Die Ursachen dafür sind nach wie vor unklar. Während die Anlieger und auch die Grünen, die sich vor Ort umschauten, insbesondere die Landwirtschaft in Verdacht haben, kommt eine Biologin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einer ersten Stellungnahme zu dem Schluss, dass neben „Nährstoffen landwirtschaftlichen Ursprungs“ auch Laub von den umstehenden Bäumen und Einträge aus den anliegenden Gärten sowie Regenwasser von den Straßen zur Belastung beitragen.

Der NLWKN verfügt über ein Seenkompetenzteam, das sich nun ein genaues Bild vor Ort machen soll – die von Meyer gewünschte „fachkundige Beratung“. Offene Fragen gibt es zur Genüge: Welche Rolle spielt ein schon bei der Anlegung des Teichs gebauter Sandfang, der seinem Zweck nur noch unzureichend gerecht wird, so dass der Teich zunehmend versandet? Wie wirkt sich eine von den Grünen vorgeschlagene Umleitung der Kamerner Bäke auf Wasserstand und -qualität im Teich und im großen See aus? Und vor allem eben: Worauf ist die Belastung der Gewässer genau zurückzuführen.

Ausschussvorsitzender Volker Schulz-Berendt riet dringend dazu, bei der Untersuchung die Anlieger mit einzubeziehen: „Die wissen am besten Bescheid!“