Rethorn/Ganderkesee - Die Anwohner des privaten Teichs am Schwanenweg in Rethorn dürfen Hoffnung schöpfen: Ihr Ärger über die Nährstoff-Einträge, die mehrfach zu unangenehmen Gerüchen und auch schon zu einem Fischsterben in dem kleinen See geführt haben, ist jetzt in der Gemeinde-Politik angekommen. An diesem Mittwoch befasst sich der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz mit dem Thema. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus.
Mittlerweile hat die Gemeinde das Seenkompetenzteam des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zurate gezogen. Dessen Biologin Dr. Melanie Hartwich führt in einer Stellungnahme die Belastung des Teiches nicht allein auf landwirtschaftliche Einträge zurück. Auch das Laub von den Bäumen um den Teich wirke sich negativ auf die Sauerstoffverhältnisse im Wasser aus. Durch Regen könnten zudem belastende Stoffe von den umliegenden Straßen und Gärten (Rasendünger zum Beispiel) in den See gespült werden. Dies sei „dringend nachzuprüfen“, rät die NLWKN-Biologin. Die Gemeindeverwaltung hat zum Teil schon geprüft: Oberflächenwasser von den Straßen sei jedenfalls nicht in den Teich eingeleitet worden, stellt sie fest.
Austrocknung droht
Eine Verlegung der Kamerner Bäke um den Teich herum hält Hartwich nicht für sinnvoll, im Gegenteil: Dann fungiere der kleine See nicht mehr als „Rückhaltebecken“ für den großen Kamerner See und dieser würde stärker belastet. Zudem drohe der private Teich schnell auszutrocknen, wenn er nicht mehr von der Bäke gespeist würde.
Stattdessen rät die Expertin dazu, Gehölz am Südwest-Ufer des Teiches zu entfernen, um nicht nur den Laubfall zu reduzieren, sondern auch mehr Wind heranzuführen, der das Gewässer stärker durchmischt. Auch eine Entschlammung des Teiches sei sinnvoll. Vorher müsse aber die Schadstoffbelastung des Sediments untersucht werden, um die Entsorgungskosten zu bestimmen. Zahlen müssten die Entschlammung wohl die Anlieger.
System wird untersucht
Schließlich schlägt Dr. Melanie Hartwich noch eine Reduzierung des Fischbestandes im Teich vor, um die Sauerstoffqualität des Wassers zu verbessern. Das Seenkompetenzteam des NLWKN will sich jetzt ein genaueres Bild von der Situation rund um den Teich und den Kamerner See machen und in einer der nächsten Umweltausschusssitzungen darüber berichten. Bei dieser Untersuchung des kompletten Systems rund um den Kamerner See soll auch ein Vorschlag der Ganderkeseer Grünen geprüft werden: Deren Fraktion hat beantragt, die Kamerner Bäke sowohl um den kleinen Privatteich als auch um den großen See herumzuleiten und erst kurz vor der Bahnlinie wieder mit ihrem Unterlauf zu verbinden. So könnten am wirkungsvollsten Einträge in den Kamerner Sees vermieden werden, meint Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt. Dieser Idee werde nachgegangen, versicherte Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung im Rathaus. Offen sei unter anderem, wie sich eine solche Maßnahme auf den Wassergehalt des Teichs und auch des großen Sees auswirken könnte.
Die Gemeinde setzt indes zunächst vor allem auf die Errichtung eines Sandfangs an der Stelle vor dem Teich, wo ein Vorfluter in die Kamerner Bäke mündet. Dieser Vorfluter, so heißt es in der Vorlage für den Ausschuss, verlaufe durch landwirtschaftlich genutzte Bereiche und führe „wahrscheinlich auch eine gewisse Nährstofffracht mit sich“. Über diese Maßnahme sollen nun Gespräche mit dem Ochtumverband und dem Landkreis Oldenburg geführt werden.
