Ganderkesee/Rethorn - Mehr Transparenz und vor allem mehr Information – das fordert die Bürgerinitiative Rethorn von Ganderkesees Rat und Verwaltung. Wenn es jetzt aus dem Kreise der Fraktionsvorsitzenden heiße, dass Ganderkesee „ein Konzept sowohl für die Unterbringung als auch die Betreuung der Flüchtlinge“ habe, dann „steht einer umfassenden Information aller Bürger nichts mehr im Wege“, sagte Sprecher Jörn Siefkes bei einem Pressegespräch am Sonntag im Landidyll-Hotel Backenköhler (Stenum).

Siefkes sowie seine Mitstreiter Rainer Herrmann, Petra Schwedtke, Karin Duveneck und Mike Thomeczek benannten auch die Fragen, zu denen sie Antworten erwarten.

Da seien zunächst die für Ganderkesee kurz- und mittelfristig prognostizierten Flüchtlingszahlen. Zweitens will die Bürgerinitiative wissen, welche „Objekte“ („Heime, Höfe, Hotels, Gaststätten, Vereinshäuser und öffentliche Einrichtungen, mobile Wohnheime“) zur Flüchtlingsunterbringung identifiziert worden seien. „Wenn man sich etwas mehr Mühe geben würde“, könne die Liste seines Erachtens zehn bis 20 größere Objekte umfassen, ist Siefkes überzeugt. Mobile Wohnheime könnten im Übrigen in drei Monaten zur Verfügung stehen, nicht erst nach neun Monaten, wie es seitens der Gemeinde geheißen habe.

Drittens will die Gruppe aus Rethorn erfahren, nach welchen Kriterien die Objekte bewertet würden. Transparenz müsse es auch bei den Kosten der Unterbringung geben.

Die Initiative strebe eine Konsenslösung mit der Gemeinde an, versicherte der Sprecher. Allerdings gebe es Voraussetzungen. Eine davon sei eine Begegnung auf Augenhöhe, eine andere die Information. Siefkes: „Solange kein Konzept vorliegt, werden wir selbst die Unterbringung eines einzigen Flüchtlings nicht akzeptieren."


Rainer Herrmann wies auf die Dinglichkeit einer Lösung hin. Nach seinen Informationen sei mit den ersten größeren Zuweisungen von Flüchtlingen in zwei Monaten zu rechnen. Bis dahin müssten, selbst wenn die Gebäude feststehen, zum Beispiel noch Umbauten bewerkstelligt werden.

Für Mike Thomeczek sollte das Konzept der Gemeinde auch beinhalten, „wie man die Bürger mitnimmt“, wie erreicht wird, dass Flüchtlinge nicht mit Ablehnung sondern Freude empfangen werden.