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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Rewe-Chef: Online-Handel wie ein Bazillus

06.03.2014

Düsseldorf Der Siegeszug des Online-Handels wirbelt den deutschen Einzelhandel durcheinander. Nur eine Branche blieb bisher verschont: Der Lebensmittelhandel. Nicht einmal ein Prozent des Lebensmittelbedarfs wird zurzeit per Mausklick gekauft. Doch der Chef des zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändlers Rewe, Alain Caparros, ist sich sicher: Die Schonfrist geht zu Ende.

„Ich bin überzeugt, dass die Zeit des Massengeschäfts im stationären Handel vorbei ist“, sagt Caparros. „Der Tagesbedarf wird schon bald online eingekauft werden.“ Die Leute würden älter und bequemer. Es sei naiv zu glauben, dass sie nur aus alter Verbundenheit weiterhin den altvertrauten Läden treublieben. „Warum soll ich schleppen, was ich geliefert bekommen kann“, meint Caparros.

Mit der Erwartung großer Umbrüche im Lebensmittelhandel steht der Manager nicht allein. Eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) prognostiziert auch in dieser Branche einen rasanten Boom des E-Commerce: Schon 2020 werde wohl auch im Lebensmittelhandel jeder zehnte Euro per Mausklick ausgegeben.

„Das ist wie ein Bazillus“, meint der Rewe-Chef. Die ersten Symptome spüre man kaum. Doch schon jetzt werde das Sortiment der Einzelhändler „scheibchenweise von den Onlinern attackiert“. So würden bald 20 Prozent des Tierfutters online gekauft. Auch beim Weinverkauf spüre der Händler die wachsende Online-Konkurrenz.

Caparros ist gewarnt. Bei seiner Elektronikkette ProMarkt hat der Kölner Handelsriese den Internetzug verpasst – mit gravierenden Folgen. Die Vertriebslinie wurde inzwischen weitgehend abgewickelt. So etwas soll nicht noch einmal passieren.

Deshalb hat Rewe inzwischen ein eigenes Internet-Team rund um den „Chief Digital Officer“ Jean-Jacques van Oosten aufgebaut, das den Online-Handel vorantreiben soll. „Die Jungen sind anders, bringen ganz anderen Drive in die Firma.“

Bei den etablierten Rewe-Händlern stoßen die Investitionen in die Online-Zukunft indes nicht auf ungeteilte Begeisterung, wie der Manager einräumt. „Die Kunst wird sein, die beiden Kulturen zu verbinden.“ Noch sei das Online-Angebot von Rewe ein „kleines Pflänzchen“. Aber die Verzahnung von Online-Angeboten und stationärem Handel biete große Möglichkeiten.

Der Supermarkt in der Innenstadt könne dadurch künftig seinen Kunden viel mehr Produkte anbieten, als es die Regalfläche eigentlich zulasse. Die neue Vielfalt könne im Laden online präsentiert und dann bei Bedarf nach Hause geliefert oder einfach beim nächsten Einkauf mitgenommen werden.

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