Cloppenburg - Schleifen, schneiden und verarbeiten – das ist der Arbeitsalltag von Reza Safi. Und den verrichtet er nicht mehr im Iran, sondern im sicheren Deutschland. Denn der 26-jährige Afghane ist mit seiner Frau und seinem sechsjährigen Sohn nach Deutschland geflohen – und steigert mit der Arbeit als Steinmetzhelfer bei „Dierkes Steinmetzbetrieb“ in Cloppenburg seine Bleibeperspektive.
Safi war im Iran sechs Jahre lang als Fliesenleger tätig. Bei seinem neuen Arbeitgeber machte er zuerst ein Praktikum, mittlerweile ist er beim Steinmetzbetrieb angestellt. „Er macht sich ausgesprochen gut. Wir wollen ihn nicht mehr missen“, erklärt Geschäftsführer Stefan Dierkes. Und das muss der Betrieb auch nicht, wie es aussieht: Denn obwohl Safis Asylantrag noch nicht bewilligt wurde, hat der Familienvater vor Kurzem zumindest ein „Abschiedshindernis“-Schreiben erhalten, das es ihm erlaubt, mindestens bis 2020 in Deutschland zu bleiben. „Sehr wichtig für mich und meine Familie“ sei das, sagt der Afghane, „um hier eine Zukunft aufbauen zu können“. An dieser feilen sie derzeit schon fleißig: Safis Frau büffelt in einem Sprachkurs deutsch und sein Sohn wird im Sommer eingeschult.
Mit einer festen Anstellung würden die Chancen auf Asyl für Safi und seine Familie natürlich steigen, erklärt Georg Vaske, Teamleiter „Arbeitsvermittlung“ von der Agentur für Arbeit. Diese und das Jobcenter vermitteln Flüchtlinge u.a. an die Vita Akademie in Cloppenburg, bei der auch Safi einen Sprach- und Qualifizierungskursus besuchte. Gleich acht Geflüchtete aus den drei noch bis Juni laufenden Sprach- und Qualifizierungskursen, die das Bildungsunternehmen unter dem Namen „Ankommen in Beschäftigung“ anbietet, sind schon von Unternehmen eingestellt worden oder werden es im kommenden Monat.
„Eine enge Vernetzung zwischen uns allen ist wichtig, davon profitieren wir enorm“, bemerkt Vaske, der sich über die hohe Vermittlungsrate freut. „Gute Sprachkenntnisse sind für die Flüchtlinge dabei das A und O“, beobachtet Stefan Rick von der Vita Akademie aus seiner Arbeit mit Flüchtlingen und Firmen.
