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Ortsdurchfahrt Richard         überzeugt die Tester

Kirchhatten - „Richard“ besticht durch seine reduzierte, moderne Form, „Paula“ durch ihre elegante Glocke. Nein, um menschliche Bewerber für eine Stelle im Rathaus ging es nicht, vielmehr um eine wegweisende Entscheidung für die Gestaltung der Kirchhatter Ortsdurchfahrt.

In der Halle des Bauhofs in Kirchhatten stellten sich vor der Sitzung des Bauausschusses zwei Straßenlaternen einem ungewöhnlichen Vergleich. Die Firma „Leipziger Leuchten“, ein etabliertes Unternehmen in der Lampenproduktion, war von der Gemeindeverwaltung um die Präsentation zweier unterschiedlicher Varianten gebeten worden. Die Arbeitskreise Verkehr und Dorferneuerung sollten so Gelegenheit erhalten, ihr Votum für eines der Modelle abzugeben.

Was den reinen Energieverbrauch betrifft, gebe es keine nennenswerten Unterschiede, betonte Firmenrepräsentant Ingo Fiebig. Jede Laterne könne mit unterschiedlich stark leuchtenden LED-Modulen (21, 33 oder 45 Watt) und in zwei verschiedenen Lichtstimmungen (3000 oder 4000 Kelvin) ausgestattet werden.

50 000 Stunden garantiert

Das Licht der 4000-Kelvin-Lampe sei etwas gelblicher und habe den Vorteil, dass es weniger zur Insektenfalle werde. Preislich liegen beide Modelle in einer ähnlichen Kategorie (der reine Lampenkopf ca. 450 Euro; die gesamte Laterne ca. 1800 Euro). Der Hersteller sichert eine Lebensdauer von 50 000 Stunden zu. „Das sind elf Jahre oder sogar noch länger“, so Fiebig.

Neben der optischen Erscheinung war es somit vor allem die unterschiedliche Lichtverteilung, die das Urteil der Arbeitskreismitglieder beeinflussen konnte. Lange benötigten die Anwesenden beim Test in der abgedunkelten Halle nicht, bevor ihnen ein Licht aufging. Das Votum für „Richard“ fiel einstimmig aus.

Die Laterne mit der moderneren Gestaltung lässt sich konstruktionsbedingt besser so einstellen, dass möglichst wenig störende Streustrahlung entsteht. „Richard“ erinnert außerdem an Laternen, wie sie bereits Kirchhattens Marktplatz ausleuchten. Die glockenförmige „Paula“ erinnerte die Anwesenden dagegen an Laternen, wie sie beispielsweise die Dorferneuerung in Sandhatten gebracht hat. „Kirchhatten ist kein kleines Dorf, hier passt die moderne Form besser hin“, fasste Arbeitskreis-Mitglied Horst Lüschen den Eindruck zusammen. Genauso sieht das auch Marek Schreckenberg vom Planungsbüro Grontmij, das die Umgestaltung der Einmündung L 872 (Wildeshauser Straße)/L 888 (Dingsteder Straße) zu einem Kreisverkehr entworfen hat.

Bis zu 40 Laternen

In diesem Bereich sollen noch in diesem Jahr die ersten fünf bis sechs neuen Laternen aufgestellt werden. Ist Kirchhattens Ortsdurchfahrt erst einmal komplett erneuert, werden es schätzungsweise 40 sein.

Das letzte Wort in der Sache wird der Verwaltungsausschuss haben: Am Mittwoch, 19. Februar, soll das Gremium in nichtöffentlicher Sitzung seine Wahl treffen.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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