Ganderkesee/Stuhr - Ob alte Waschmaschine, kaputter Trockner oder auch der ausgediente Kühlschrank: Sie werden nach einem Neukauf meist verschrottet. Ab dem 1. August 2016 besteht die Möglichkeit, bei Elektro-Händlern alte Geräte bei Kauf eines neuen, gleichwertigen Gerätes zurück zu geben. Sofern bei den Geschäften die Verkaufsfläche mit Elektroartikeln mehr als 400 Quadratmeter beträgt. Dies sieht das sogenannte „Elektro- und Elektronikgerätegesetz“ – kurz „ElektroG“ – vor.
Henning Adler aus Ganderkesee, Geschäftsführer von Mediamarkt in Stuhr, blickt gelassen auf das neue Jahr. „Für größere Firmen wie unsere ist das kein Problem, wir haben diesen Kunden-Service ohnehin schon immer angeboten, wenn jemand ein neues Gerät bei uns gekauft hat.“ Es sei vom Handling wie bisher, so der Geschäftsführer. Wer ein neues Gerät kauft, kann das alte gleich da lassen. Auch sei die Rücknahme stets kostenfrei gewesen. „Wir haben an unserem Standort Container stehen, in denen alte Geräte gelagert werden. Die vollen Container werden von einem zertifizierten Entsorger abgeholt.“
Kleinere Ladengeschäfte sind von der Pflicht ausgenommen, aber auch hier gilt der Service für Kunden des Geschäfts. „Wer bei uns etwas kauft, kann sein altes Gerät auch abgeben“, erklärt Thomas Fleischer, Inhaber von „Fernseh Fleischer“ in Ganderkesee. Das gehöre einfach zum Service dazu.
Laut Tobias Bruns, Abfallberater des Landkreises, ergebe sich durch das neue Gesetz auch auf den Wertstoffhöfen Änderungen, beispielsweise in der Sortierung. „Alle Kleingeräte werden ab Januar zusammen gesammelt, nur noch die Bildschirmgeräte werden separat erfasst.“ Das „ElektroG“ betrifft auch den Versandhandel. Denn der Rücknahmezwang bei einem Neukauf gilt durch das neue Gesetz auch bei einer Online-Bestellung. Der richtige Umgang gestalte sich jedoch schwierig, so Bruns. Eine richtige Lösung gibt es in dem Fall noch nicht.
Marko Hanert vom Wertstoffhof in Ganderkesee rechnet durch das neue Gesetz nicht mit einem Rückgang von Abgaben auf Wertstoffhöfen. Man müsse im Laufe des kommenden Jahres erst abwarten, wie Kunden das ElektroG nutzten werden, so Hanert. Logistisch sollte es für große Geschäfte kein Problem sein, Altgeräte zu lagern, nimmt Hanert an.
