RIEHE - Das Nektarsammeln ist ein mühsames Geschäft und Honig kommt nicht aus der Fabrik. Diese Erfahrungen machten am Montag 14 Kinder, die im Rahmen der Ferienaktionen des Delmenhorster Jugendamtes beim Imkerverein Delmenhorst und Umgebung e.V. zu Gast waren.
Einen ganzen Tag lang durften die Schüler zwischen neun und 13 Jahren die Imker bei der Honigherstellung begleiten und erfuhren Wissenswertes über Bienen und andere Nutzinsekten.
Der Erlebnistag auf dem Vereinsgelände in Riehe begann bereits um 10 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück – mit Honigbrötchen selbstverständlich. Im Anschluss ging es in Kleingruppen auf die „Honigstraße“. Hier konnten die Kinder unter Anleitung alle Schritte der Honigproduktion, von der Wabenernte bis hin zur Abfüllung ins Glas, selbst durchführen. Der Lohn der Arbeit: ein Glas frischer, und vor allem selbst entdeckelter, geschleuderter und abgefüllter Frühlingsblütenhonig für jeden.
„Einige Kinder kommen in jedem Jahr wieder“, freute sich Organisatorin Hannelore Kolaschnik, die die Aktion bereits seit mehreren Jahren betreut. Das Anliegen des Vereins ist es nicht nur, den Kindern die Tätigkeit des Imkers näher zu bringen, sondern auch, ein Bewusstsein für die Artenvielfalt in der bedrohten Insektenwelt zu schaffen.
So gehörte zum Programm des Erlebnistages auch die Besichtigung der „Wildinsektenwohnung“, einer Wand aus angebohrten Baumscheiben, Reet und Lehm, die durch Pestizide und Monokultur gefährdeten solitär lebenden Insekten einen Lebensraum bieten soll. Eine ähnliche Bienenwohnung aus Schilfrohren im Kleinformat durfte jedes Kind mit nach Hause nehmen.
Zum Rundum-Paket des Imkervereins gehörte auch die körperliche Betätigung. „Das Spielerische darf beim Lernen nicht zu kurz kommen“, so Imker Harry Kolaschnik. Nach dem Mittagessen ging es deshalb in den Garten des Vereinsheims zum Volleyball-, Badminton- oder Boule-Spielen, bevor jeder beim „Honigsammeln“ seine Eignung als Honigbiene beweisen konnte.
In der Wildblumenwiese des rund einen Hektar großen Areals hatten die Mitglieder des Imkervereins Wassereimer versteckt, die zunächst aufzuspüren waren und danach mit kleinen Gefäßen „abgeerntet“ werden mussten. Jeder der kleinen Teilnehmer erfuhr so am eigenen Leib, warum Bienen als ausgesprochen fleißige Tiere gelten, und war anschließend froh, wieder zur gewohnten Form der Nahrungsaufnahme übergehen zu können. Den Abschluss des Erlebnistages bildete ein gemeinsames Honigwaffel-Backen.
