London - In der Nähe des Flughafens London Gatwick sollen bis zu 100 Milliarden Barrel Öl in der Erde schlummern. Die Schätzung nannte das britische Energieunternehmen UK Oil & Gas (UKOG) Investments am Donnerstag. Das Vorkommen im Weald Basin wäre damit zehnmal so groß wie bislang angenommen.
Firmenchef Stephen Sanderson sprach von einer potenziellen Rohstoffquelle von Weltklasse. Allerdings könne wohl nur ein Bruchteil des Vorkommens, 3 bis 15 Prozent, gefördert werden.
Zum Vergleich: Großbritannien hat in den vergangenen 40 Jahren insgesamt 42 Milliarden Barrel Öl aus der Nordsee gefördert – also weniger als die Hälfte des nun vermuteten Vorkommens. Im Weald Basin wird bereits seit den 1930er Jahren nach Öl gebohrt. Doch laut UK Oi l& Gas hat erst jetzt neue Technologie das ganze Potenzial ermessen lassen. Noch im Dezember hatte die britische Geologiebehörde das Vorkommen in dem Schiefergestein auf rund 8,8 Milliarden Barrel geschätzt.
Rund um die Bohrlöcher in Südengland fürchten Anwohner, dass Ölfirmen den Rohstoff mit der umstrittenen Fracking-Methode an die Oberfläche holen wollen. UKOG hat nach eigenen Angaben aber keine Fracking-Pläne. Das Öl, das in rund 760 bis 900 Metern Tiefe liege, lasse sich auch anders fördern. Umweltschützer kritisierten den Wirbel um die neuen Zahlen als „Rückschritt ins 19. Jahrhundert“.
