Berlin - Die deutschen Versicherer halten sich trotz Niedrigzinsen und Euro-Schuldenkrise auf Wachstumskurs. Nachdem die Prämieneinnahmen im vergangenen Jahr sogar in der angeschlagenen Lebensversicherung leicht stiegen, erwartet die Branche auch in diesem Jahr insgesamt ein Beitragsplus.

Auf wenig Interesse stößt indes die staatlich geförderte Altersvorsorge. Die Nachfrage nach neuen Riester-Verträgen brach 2012 ein, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Laut GDV schlossen nur noch 610 000 Menschen neue Riester-Versicherungen ab – 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Besser lief es in der betrieblichen Altersversorgung. Hier wurden 1,2 Millionen Verträge neu abgeschlossen, ein Plus von neun Prozent.

Insgesamt stieg das Beitragsvolumen der deutschen Versicherer im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 181,7 Milliarden Euro. Angesichts des schwierigen Umfelds zeigte sich GDV-Präsident Alexander Erdland mit der Entwicklung zufrieden. Für 2013 rechnet der Verband insgesamt mit einem Beitragsplus in ähnlicher Höhe.

Haupttreiber des Wachstums war 2012 die Schaden- und Unfallversicherung, die ein Beitragsplus von 3,7 Prozent auf 58,7 Milliarden Euro verbuchte. In der Kranken- und Pflegeversicherung zogen die Beitragseinnahmen um 2,9 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro an.


Die Lebensversicherung musste hingegen Federn lassen: Die Beitragseinnahmen wuchsen zwar um 0,6 Prozent auf 87,3 Milliarden Euro. Das Neugeschäft ging jedoch um 2,6 Prozent zurück.