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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Riffgat übertrifft Erwartungen der EWE

12.08.2014

Oldenburg /Borkum Irina Lucke ist zufrieden. Die 30 Windräder des Offshore-Windparks „Riffgat“ rund 15 Kilometer vor Borkum drehen sich im Wind. „Im Rückblick fällt die Bilanz sehr positiv aus“, sagt die Geschäftsführerin der EWE Offshore Service & Solutions GmbH und Projektleiterin bei „Riffgat“. „Alles läuft rund.“

Als Deutschlands erster kommerzieller Windpark in der Nordsee, ein Gemeinschaftsprojekt des Oldenburger Energieversorgers EWE und dem Projektentwickler Enova aus dem ostfriesischen Bunderhee, vor ziemlich genau einem Jahr (am 10. August 2013) fertiggestellt wurde, lief es dagegen alles andere als rund. Zwar waren die 30 Siemens-Windraftanlagen der 3,6-Megawatt-Klasse draußen in der Nordsee innerhalb von nur 14 Monaten errichtet worden – es fehlte allerdings der Netzanschluss.

Wegen Munitionsfunden an der Kabeltrasse konnte der Netzbetreiber Tennet (Bayreuth) die letzten 15 Kilometer Seekabel erst mit monatelanger Verspätung verlegen. Folge: „Riffgat“ lieferte tatsächlich erst ab 13. Februar dieses Jahres Strom.

Seit der Inbetriebnahme funktioniert die Stromerzeugung nach EWE-Angaben aber praktisch reibungslos. „Mit 140 Millionen gelieferten Kilowattstunden bis Ende Juni hat Riffgat schon den Jahresstrombedarf für 40 000 Haushalte geliefert – das liegt deutlich über unseren Erwartungen“, sagt Lucke. „Trotz windschwacher Monate hatten wir eine sehr gute Windernte.“

Die 42-Jährige weist zudem darauf hin, dass „Riffgat“ inzwischen nicht nur für die Stromgewinnung Bedeutung hat. Kürzlich seien 3000 Helgoländer Hummer an vier Windanlagen angesiedelt worden. „Wir gehen davon aus, dass sie sich an den für den Kolkschutz der Windanlagen installierten Steinen wohlfühlen“, gibt sich Lucke optimistisch. Da Fischfang im Windpark nicht erlaubt ist, habe sich „Riffgat“ zudem zu einem Rückzugsgebiet für Robben entwickelt.

Noch nicht ganz ausgestanden ist indes der Streit zwischen EWE und Tennet wegen des verspäteten Windparkanschlusses. Nach dem Bekanntwerden der Probleme, hatten sich beide Seiten gegenseitig die Schuld zugeschoben. Auf fast 100 Millionen Euro hatte Tennet damals die Mehrkosten durch die Räumung und die dadurch verursachte Verzögerung taxiert.

Zwar muss Tennet laut Gesetz 90 Prozent der entgangenen Erlöse übernehmen. Allerdings kann der Netzbetreiber diese Kosten über die Offshore-Haftungsumlage, die von den Stromkunden getragen werden muss, geltend machen. Der Rest der Kosten, etwa Mehrkosten beim Personal oder zusätzliche Wartungsfahrten zum Windpark, verbleibt bei „Riffgat“. „Und da reden wir immerhin über einen Millionenbetrag“, sagt Lucke.

Zwischenzeitlich schloss EWE sogar eine Klage nicht aus. Mittlerweile scheinen beide Seiten aber auf eine Annäherung zu setzen. „Wir stehen weiterhin im Austausch mit Tennet und arbeiten auf beiden Seiten konstruktiv an einer Lösung“, sagt Lucke, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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