Am Sonnabend ist der „Tag des Unkrauts“. Gärtnermeister Bernd Gillerke aus Ganderkesee erklärt die Vorteile des Unkrauts und wie man es korrekt entfernt.

Herr Gillerke, was genau versteht man unter dem Begriff Unkraut?

GillerkeDas Wort Unkraut grassiert eigentlich nur im Volksmund, fachlich ist es nicht richtig. In Wirklichkeit sind es nämlich Wildkräuter, von denen wir hier sprechen. Wir bezeichnen sie nur als Unkraut, weil wir sie nicht in unseren Beeten haben wollen. Zu den Wildkräutern gehören unter anderem Quecke und Springkraut – beziehungsweise alle unbeliebten Kräuter und Gräser.

Was kann man gegen Unkraut in den Beeten unternehmen?

GillerkeMan hat einmal die Möglichkeit, per Hand zu jäten. Oder man mulcht – entweder mit Rindenmulch, oder, wer es natürlicher mag, mit Laub. Die Mulchschicht auf dem Boden unterdrückt die Keimung von Wildkräutern, weil es unter der Schicht dunkel ist. Da muss man ja nur mal in den Wald gucken, wo Laub auf dem Boden liegt. Gleichzeitig ist der Mulch dort aber auch eine Nährschicht. Das Gute an Rindenmulch ist, dass es nicht so leicht herunterweht und eine ganz andere Optik hat. Daher nimmt man in der Regel am besten den Rindermulch.

Kann Unkraut auch einen Nutzen haben?

GillerkeNa klar gibt es auch einen Nutzen. Giersch ist ein gutes Beispiel: Im Garten ist es sehr unbeliebt, weil es sich unterirdisch sehr stark ausbreitet. Aber Giersch ist eben auch sehr nährstoffreich – man kann ihn im Salat essen. Genauso die Vogelmiere und Brennnesseln. Die Saat von Brennnesseln ist sehr wertvoll, weil sie auch viele Nährstoffe hat.

Welche Folgen kann es haben, wenn man Unkraut nicht aus den Blumenbeeten entfernt?

GillerkeWenn man Unkraut stehen lässt, können gewisse Pflanzen, zum Beispiel Stauden, unterdrückt werden. Wildkräuter sind im Wuchs oft stärker. Die meisten finden es aber einfach unordentlich, die Wildkräuter stehen zu lassen, obwohl man ja auch diese im Griff halten kann.

Vor allem die, die in der Küche aktiv sind, können gut Wildkräuter verwenden.