RINTELN - In den Museums-Zügen der Dampfeisenbahn Weserbergland bleiben selten Sitzplätze frei: Die von einer alten Reichsbahn-Lokomotive gezogenen Wagen locken auf der Strecke von Rinteln nach Stadthagen Ausflügler aus Nah und Fern. Trotz des Touristenandrangs wollen die Kommunen, denen die privaten Bahngleise gehören, die 20 Kilometer lange Trasse abreißen. Weil örtliche Firmen ihre Güter kaum mehr auf die Schiene schickten, sei der Unterhalt ein Zuschussgeschäft. Rinteln plant auf dem Bahngelände außerdem eine Umgehungsstraße. Gegen das Aus für die Bahnlinie regt sich Widerstand in der Region, darunter auch vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Hannover.

Lanschaftlich reizvoll

„Wir haben viele Fahrgäste, die kommen aus ganz Deutschland“, sagt auch der Sprecher der Dampfeisenbahn, Hans-Jürgen Wolff. „Die Züge sind das ganze Jahr über gut ausgelastet.“ Damit die Dampflok mit dem Baujahr 1943 sowie die alten Waggons stets einsatzbereit sind, stecken die rund 30 aktiven Vereinsmitglieder unzählige Arbeitsstunden in die Bahn. Seit 1974 ist der Museumszug auf Achse. „Die Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll.“ Die Gleise seien in ordentlichem Zustand, die Brücken vor einiger Zeit überprüft worden. Dennoch hat der Verein wenig Hoffnung. Bei einem Aus der Linie will er künftig von Stadthagen aus auf Gleisen der Deutschen Bahn ein anderes Ziel ansteuern.

Keine Zukunft

„Touristisch tut es einem leid, aber niemand transportiert seine Güter auf der Strecke“, meint Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz (SPD). Da die Strecke den Kommunen Jahr um Jahr rote Zahlen beschere, solle sie nun stillgelegt werden. „Wir sehen zur Zeit keine Zukunft für die Strecke“, sagt der Sprecher des Kreises Schaumburg, Klaus Heimann. Um die Linie wieder mit Nahverkehrszügen zu nutzen, müssten nach Berechnung der Landesnahverkehrsgesellschaft acht Millionen Euro investiert werden. Zudem habe es bereits für einen eingesetzten Schnellbus keine Nachfrage gegeben. Bis zum 28. August laufe das vor einer Stilllegung nötige Bieterverfahren, bei dem die Strecke für 3,6 Millionen Euro zum Kauf angeboten wird.


Unterdessen kämpft ein Förderkreis in Obernkirchen für den Erhalt der Trasse. „Im Tourismus und Güterverkehr gibt es Potenzial“, ist sich Thomas Stübke vom Förderkreis Eisenbahn Rinteln Stadthagen sicher.