Hannover - Roboter sollen künftig in den Betrieben eng mit Menschen zusammenarbeiten – statt die Menschen zu verdrängen. Dazu zeigt die am Montag beginnende Hannover Messe (24. bis 28. April) selbstlernende Roboter, die sich der Arbeitsgeschwindigkeit und dem Verhalten des Menschen zu dessen Unterstützung anpassen können.
Wie schon in der Vergangenheit werden Arbeitsplätze sich wandeln müssen, sagte Messe-Chef Jochen Köckler am Mittwoch. „Der Roboter lernt vom Roboter; aber es ist der Mensch, der ihm sagt, welche Aufgaben zu erledigen sind.“ Noch nie seien auf der Messe so viele Assistenzsysteme gezeigt worden, die Menschen bei der Arbeit unterstützten.
Stefan Aßmann, Leiter Connected Industry bei Bosch, sagte, das Unternehmen habe „definitiv nicht die Sorge, dass wir weniger Leute brauchen“. Höhere Qualifikationen seien gefragt, die wegen des zunehmenden Einsatzes von Robotern oft befürchtete menschenleere Fabrik schloss er aus. Zwar geht er davon aus, dass Arbeitsplätze für gering qualifizierte Beschäftigte weiter abgebaut werden – aber dies werde „überkompensiert durch neue höher qualifizierte Jobs“.
Die vernetzte Industrie ermögliche höhere Produktivität, erhalte und stärke die Wettbewerbsfähigkeit – und könne so auch Arbeitsplätze sichern. Bosch beschäftige derzeit rund 20 000 Software-Entwickler, fast jede zweite ausgeschriebene Stelle habe mit Software zu tun.
Klar wird: Die Hannover Messe verändert sich: Weniger klassische Industrie, mehr Software.
Gleichwohl gilt die Hannover Messe mit ihrem diesjährigen Partnerland Polen als weltgrößte Leistungsschau der Industrie. Erwartet werden mehr als 6500 Aussteller aus gut 70 Ländern sowie mehr als 200 000 Besucher.
Erstmals liege China auf dem zweiten Platz hinter Deutschland – sowohl bei Ausstellerzahlen als auch bei Ausstellungsfläche. Im Sog des vergangenen Jahres mit den USA als Partnerland seien auch 150 amerikanische Aussteller vertreten.
Das Partnerland Polen setze vor allem auf die Reindus-trialisierung des Landes, sagte Tomasz Salomon, Vize-Direktor im polnischen Wirtschaftsministerium. Daher sei das Interesse polnischer Betriebe riesig.
