RODDENS - Rund 500 Besucher zählte die Informationsveranstaltung „Milchforum“ der Weser-Ems-Union (WEU) in der Markthalle in Rodenkirchen (die NWZ berichtete bereits darüber). Schätzungen zufolge zwei- bis dreimal so viele Interessierte kamen anschließend auf die Höfe von Henning Blankenforth und Gerfried Sagkob in Roddens, um interessante Praxis-Einblicke zu gewinnen.
WEU-Zuchtberater Rolf Oorlog hatte nicht mit so vielen Besuchern auf den beiden benachbarten Höfen gerechnet, zumal Roddens an der Peripherie des WEU-Zuchtgebietes liegt.
Auch ein Bus mit interessierten Züchtern aus der Grafschaft Bentheim war angereist. Oorlog: „Am Nachmittag war kaum noch ein Durchkommen, auch die Aussteller und die beiden Betriebsleiter waren vom Publikumsansturm sehr überrascht.“
Das Milchforum findet seit zehn Jahren einmal jährlich im WEU-Gebiet statt (vor Rodenkirchen unter anderem in Spohle, in Wardenburg und auch in der Grafschaft Bentheim). Für die Praxiseinblicke sucht die WEU stets Betriebe aus, die etwas Neues zu bieten haben oder um- oder angebaut haben.
Henning Blankenforth (46) hat schon vor mehreren Jahren umgebaut und im vergangenen Jahr in einen die Arbeit erleichternden Doppel-Zehner-Melkstand mit steiler Fischgräte investiert. Zudem hat er den Boxenlaufstall um 30 Kuhplätze erweitert.
WEU-Zuchtberater Rolf Oorlog meint, dass Blankenforth damit eine sehr gute Anbaulösung gefunden hat.
Viehbesatz des Zuchtbetriebes Blankenforth: 120 Milchkühe, 120 weibliche Jungtiere und 15 bis 20 Zuchtbullen. Der Boxenlaufstall hat 146 Kuhpläze.
Gerfried Sagkob (55) hat einen modernen Jungviehstall mit 80 Plätzen errichtet, der über altersangepasste Liegeboxen verfügt. Ein solcher Stall wird auch Kammstall genannt, weil er den Grundriss eines Kammes hat. Diese bauliche Lösung gilt als relativ günstig, weil der Platz effektiv ausgenutzt wird.
Viehbesatz des Zuchtbetriebes Sagkob: 70 Milchkühe, 110 weibliche Jungtiere, 15 Zuchtbullen und 105 Mutterschafe. Der Boxenlaufstall hat 78 Plätze.
Die beiden Roddenser Betriebe haben nach Einschätzung der WEU die Weichen weiter Richtung Zukunft gestellt.
Zuchtberater Oorlog: „Was den Milchbauern in den letzten Jahren gefehlt hat, ist jetzt nachgeholt worden: Es gibt keine Stagnation mehr im Milchpreis. Für die Landwirte bleibt wieder etwas übrig.“ Rolf Oorlog sieht eine positive Tendenz: „Viele junge Landwirte haben Mut, weiterzumachen.“
Auch Henning Blankenforth sieht positiven Trend: „Aufbruchstimmung in der Landwitschaft ist absolut zu erkennen. Das zeigt auch das große Interesse an diesem Informationsangebot.“
WEU-Verkaufsberater Dieter Lübken hat ebenfalls Ermutigung festgestellt und glaubt: „Es gibt einen großen Nachholbedarf an Investitionen.“
