RODENKIRCHEN - Auf Einladung des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung Wesermarsch haben zwei junge Landwirte in der Markthalle in Rodenkirchen die Ergebnisse ihrer einjährigen Projekte zur Meisterprüfung vorgestellt. Mit dieser Präsentation solle jungen Leuten, die auf dem Weg zum Landwirtschaftsmeister sind, Anregungen gegeben werden, begründete Bernd Wübbenhorst, Vorsitzende des Bildungsverbandes.
Steffen Kortlang aus Berne und Friederich Strodthoff-Schneider aus Schweiburg hatten für ihre Meisterarbeit praxisnahe Themen ausgesucht. Solche Praxisbezogenheit sei den Prüfern wichtig, berichteten die beiden frisch gebackenen Landwirtschaftsmeister.
Der Teufelskreis der hochleistenden Kuh beginne mit dem Trockenstellen der überkonditionierten Kuh, die nach der Kalbung eine ausgeprägte negative Energiebilanz durchlaufe und Stoffwechselstörungen, wie zum Beispiel Ketose, entwickele.
Das daraus resultierende Fettlebersyndrom führe unter anderem zu einer geschwächten Immunabwehr. Die Futteraufnahme gehe zurück und das Infektionsrisiko im peripartalen Zeitraum steige.
Eine Kuh mit sogenannten Puerperalstörungen habe ein erhöhtes Risiko für Labmagenverlagerung, werde später tragend und neige zum Ende der Laktation eher erneut zur Verfettung. Der Teufelskreislauf schließe sich.
„In meinem Projekt wollte ich diesen Kreislauf durchbrechen“, erläuterte Friederich Strodthoff-Schneider. Dafür habe er eine Ist-Situation erstellt und dann auf eine bedarfsgerechte Fütterung unter Berücksichtigung der Körperkondition (BCS) umgestellt.
Der frisch gebackene Landwirtschaftsmeister stellt nach einem Jahr erfreut fest, dass sich die Ketose-Werte deutlich verbessert haben. Das gilt auch für die Werte der Labmagenverlagerung, des Nachgeburtsverhaltens und des Milchfiebers.
Mit der Transitfütterung bei Milchkühen hat sich in seinem Prüfungsprojekt Steffen Kortlang beschäftigt. In dieser Fütterung geht es vor allem darum, die Kühe auf die Hochleistungsration während der Laktation vorzubereiten und fütterungsbedingte Pro-bleme kurz vor und nach der Kalbung soweit wie möglich zu minimieren.
Ebenfalls positiv fällt das Fazit von Steffen Kortlang aus. Dank der Transitfütterung geben die Kühe nach seinen Erkenntnissen nicht nur mehr Milch. Auch Tierarztkosten fallen dadurch erheblich weniger an.
