RODENKIRCHEN - „Es gibt einen Bedarf für dieses Projekt. Das haben die letzten Jahre gezeigt.“ Schulleiter Jürgen Janssen befürwortet voll und ganz die „Vertiefte Berufsorientierung und Berufsstartbegleitung (VBOB)“, welche seit nunmehr vier Jahren an der Haupt- und Realschule läuft. Auch die Betriebe gäben eine sehr positive Rückmeldung und fragten mittlerweile nach derartigen Praktikanten nach. Zur Zeit wird eine neue Berufsstarterklasse aufgebaut, für die sich noch interessierte Schüler melden können.
Ansprechpartner hierfür ist der Berufsstartbegleiter des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft, Jörg Naß. Er ist telefonisch unter der Nummer 04732/9189033 zu erreichen.
Dabei werden vor allem Schüler angesprochen, die gerne mehr Praxis statt Unterricht haben möchten. Durch diese neue Schul- und Arbeitsform kommen sie zum Schulabschluss und finden den direkten Einstieg in die betriebliche Berufsausbildung.
Reale Chance
Es sei eine reale Chance für die Schüler am Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz zu finden, wo vorher vielleicht schon der Hauptschulabschluss für Probleme gesorgt hätte, erläutert Jürgen Janssen. Denn ohne einen Abschluss seien solche Schüler nahezu chancenlos, da sie aufgrund schlechter Noten keinen Ausbildungsplatz finden würden.
In dem Projekt, welches sich über zwei Jahre ab der 8. Klasse bis zum Abschluss in der 9. Klasse erstreckt, werden die Schüler fit gemacht für den Arbeitsmarkt. Durch die dauerhafte Einbindung in die Praktikumsbetriebe können die Schüler den Zusammenhang zwischen beruflichen Anforderungen und schulischen Notwendigkeiten besser nachvollziehen. Die Ausbildungsreife wird nachhaltig gefördert, die Berufsorientierung gefestigt.
Die Schüler suchen sich selbstständig einen geeigneten Praktikumsplatz am Wohnort oder auch in der Region und fühlen in den späteren Beruf hinein.
Während drei Tage pro Woche der normale Schulunterricht zu absolvieren ist, gehen die Praktikanten zwei Tage pro Woche in die Betriebe und erleben den dortigen Arbeitsalltag.
Das bringe für alle Beteiligten Vorteile, so Jörg Naß. Die Schüler könnten sich profilieren und zeigen, was sie können, die Arbeitgeber sehen, wie die Schüler agieren und ob sie in den Betrieb passen.
„Die Betriebe brauchen nicht mehr lange zu suchen, wenn es darum geht, einen Ausbildungsplatz zu besetzen. Wir haben eine sehr hohe Vermittlungsquote“, weiß Jörg Naß, der momentan eine 9. Berufsstarterklasse betreut, die kurz vor dem Abschluss steht.
Intensive Betreuung
Dabei erfahren die Schüler während des zweijährigen Projektes eine überproportionale Betreuung durch die Pädagogen, die sie bei allen wichtigen Entscheidungen begleiten und die in ständigem Kontakt mit den Betriebsleitern stehen.
Die bisherigen Schüler kamen nicht nur aus Stadland, auch aus Butjadingen, Jade oder Brake wurden Schüler aufgenommen und in die Projektklasse integriert.
Keine andere Schule in der Wesermarsch bietet ein solches Projekt an, welches zu 50 Prozent von der Agentur für Arbeit und zu 50 Prozent von den Schulträgern finanziert wird.
Ursprünglich wurde das Projekt vom Land Niedersachsen im Jahre 2006 initiiert. Bereits 2008 stieg die Haupt- und Realschule in Rodenkirchen ein und stellte dafür die erste Berufsstarterklasse zusammen.
