RODENKIRCHEN - Mit einer rauschenden Ballnacht haben die Prüflinge der sogenannten „grünen Berufe“ am Sonnabend ihre Freisprechung in der Rodenkircher Markthalle gefeiert. Zum „Ball der Landwirtschaft“ waren neben den Ausgebildeten auch Ausbilder, Prüfer und die Familien gekommen.
Der Abschluss der Berufsausbildung sei nun ein Grund zu feiern und stolz auf das Erreichte zu sein, machte Studiendirektorin Kirsten Buchmann, stellvertretene Leiterin der Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wesermarsch, in ihrer Festansprache deutlich. Streckenweise sei ein steiniger und dornenreicher Weg zu bewältigen gewesen, den aber alle erfolgreich zurückgelegt hätten.
Im Wechselspiel zwischen der Ausbildung im Betrieb und in der Schule hätten die Prüflinge neue Techniken, moderne Technologien und andere Betriebprozesse kennen gelernt. Immer komplexere Aufgaben wurden ihnen gestellt und Flexibilität, Fachwissen, Eigenständigkeit, Kreativität und soziale Kompetenz wie Teamfähigkeit abverlangt. All diese Aufgaben hätten die Absolventen erfolgreich gemeistert.
Nach der abgeschlossenen Ausbildung gelte es nun, sich neue Ziele zu setzen, forderte Buchmann auf. Ob es die Meisterausbildung oder Auslandsaufenthalte sind, die Absolventen müssten sich stetig fortentwickeln und lebenslang lernen. Denn genau dieses lebenslange Lernen könne der entscheidende Vorteil im weiteren Berufsleben sein. Deshalb müsste auch nach dieser Ausbildung immer über den Tellerrand geschaut werden.
In einer sehr engagierten Rede hat der jahrgangsbeste Landwirt Thade Janssen aus Brake die Situation der Landwirtschaft zusammengefasst und Veränderungen gefordert. Immerhin sei es das wichtigste Gut des Landes, die gesamte Gesellschaft mit Lebensmitteln zu versorgen. Dabei entwickele sich diese Aufgabe aber in globalen Märkten und in Großkonzernen, die auf Gewinnmaximierung interessiert seien.
Nicht der Einzelne stehe im Mittelpunkt, sondern die Märkte. Diese Entwicklung sei für die Produzenten selber aber nicht zielführend. Deshalb bräuchten die Landwirte ein größeres Selbstvertrauen, um ihre Situation alsr Produzenten selber zu verbessern. Es brauche nicht immer die Großkundgebung. Jeder einzelne könne auch lokal oder regional sich vernetzen und stark auftreten und für eine bessere Einnahmesituation der Landwirte sorgen.
Am Eingang der Markthalle wurde an allen Gästen Milch ausgeschenkt und auch die Absolventen bekamen neben ihren Zeugnissen ein Glas Milch. Damit soll die Kernkompetenz der Milchwirtschaft in der Wesermarsch unterstrichen werden, so der Geschäftsführer des Kreislandvolks, Manfred Ostendorf.
Die Meisterbriefe und abschlusszeugnisse überreicht
