RODENKIRCHEN - Mit zwei Fischkochkursen wurde die erfolgreiche Veranstaltungsreihe des Vereins proRegion Wesermarsch/Oldenburg in der Markthalle Rodenkirchen fortgesetzt. Standen zuvor noch Ochse und Lamm im Vordergrund, bestimmte diesmal der ganze Fisch den Speiseplan.
Fehlverhalten angeprangert
An zwei Abenden konnten sich bis zu 15 Interessierte unter Anleitung des Chefkochs Manfred Frerichs in der Zubereitung von fangfrischem Fisch unterweisen lassen. Schade nur, dass einige Teilnehmer sich nicht rechtzeitig abmeldeten. Andere Hobbyköche hätten gerne deren Plätze eingenommen. Dieses Fehlverhalten gab es auch schon bei vergangenen Kursen. Das ist sowohl für die Organisatoren als auch für den Koch ärgerlich. Marion Hauschild (Verein proRegion) erwägt nun, beim nächsten Kochkursus die Gebühr per Vorkasse einzuziehen.
„Dieser Fischkochkursus könnte der Einstieg zu mehr werden“, sagte Marion Hauschild weiter. Es gab mehr Interessierte als vorhandene Plätze. Sie könne sich eine Kochshow gut vorstellen. Das Thema Fisch passe sehr gut in die Region. Vorstellbar seien auch Aktionstage mit Gastronomie und Fischgeschäften.
Beim Kursus sollten die Teilnehmer vor allem die Verarbeitung eines ganzen Fisches – und nicht nur des Fischfilets – lernen. Das Wissen darüber sei in der Bevölkerung kaum noch vorhanden, sagte Dennis Westphal, Geschäftsführer der Butjadinger Fischereigenossenschaft in Fedderwardersiel. Es sei ein Generationsproblem, da immer mehr Singlehaushalte nur kleine Mengen benötigten und deshalb auf Filets und Tiefkühlkost zurückgriffen. Dabei sei frischer Fisch schnell zubereitet.
60 Minuten im Backofen
Der fast vier Kilogramm schwere Steinbutt, den die Kursteilnehmer bestaunten, wurde vorbereitet, gesalzen und mit Gewürzen versehen. Der Fisch blieb dann 60 Minuten im Backofen. „Von den 3000 verwertbaren Fischarten werden bei uns Kabeljau, Scholle, Krabben und Stint angelandet“, berichtete Marketingleiter Jens Ortel, der den Hobbyköchen Rede und Antwort stand. Diese informierten sich über die Krabbenfischerei und erfuhren, wie man die Fischabfälle für eine leckere Fischsuppe verwenden kann, bevor sie im Müll landen.
Auch Profikoch Manfred Frerichs hatte Tipps für die heimische Küche parat. Er gab nicht nur Weißwein in die Suppe, sondern löschte damit auch die fein geschnittenen Frühlingszwiebeln für die gefüllten Tomaten mit Krabben und Frischkäse ab.
