RODENKIRCHEN - Es wurde eine zehnköpfige Koordinationsgruppe gebildet. Ihr gehören Vertreter aus allen Regionen an, durch die die A 22 führen soll.
von beatrix schulte
RODENKIRCHEN - Mit kleinräumigen und intelligenten Wirtschaftskonzepten, die jedoch noch erarbeitet werden müssen, wollen die Gegner der Küstenautobahn bei einer umfangreichen Aufklärungskampagne der Bevölkerung auch inhaltliche Argumente liefern und den Befürwortern des Verkehrsprojekts Paroli bieten. Rund vier Stunden tagten 70 Vertreter von zehn Bürgerinitiativen, Umweltorganisationen und Interessenverbänden am Sonnabend in der Gaststätte „Friesenheim", um eine gemeinsame Vorgehensweise gegen den Bau der A 22 zu koordinieren und den Widerstand zu vernetzen.Ihre generelle Ablehnung des Baus der A 22, die von der A 28 bei Westerstede durch den Wesertunnel zur A 20 bei Glücksstadt (mit dortigen Elbquerung) führen soll, begründen die Gegner aus dem betroffenen Gebieten damit, dass dieses „Prestigeobjekt eine ökonomische Unsinnigkeit“ darstelle. Massive ökologische Probleme, eine fehlende verkehrliche Notwendigkeit und eine durchaus zu erwartende Schwächung der regionalen Wirtschaft sind ihre weiteren Argumente gegen die Küstenautobahn.
Scharfe Kritik wurde auch an der finanziellen Beteiligung der Landkreise und Kommunen an den Planungskosten geübt. Dies sei keineswegs eine angemessene Aufgabe der Kommunen angesichts leerer Kassen, erklärte Veranstaltungsleiter Jürgen Janssen, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Wesermarsch-Kreistag.
Die Versammlung wählte eine zehnköpfige Koordinationsgruppe. Es sind Hans-Jürgen Klein (Landtagsabgeordneter der Grünen aus Steinau/Bad Bederkesa), Horst Roese (Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Beverstedt), Ulrike Weber (Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die A 20/A 22 in Himmelpforten-Oldendorf/Stade), Anke Krein (Fraktionsgeschäftführerin der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven), Regina Mattern-Karth (Mitglied der Grünen im Landkreis Friesland), Peter Meiwald (Vorsitzender des Kreisverbandes Ammerland der Grünen), Martina Karle (Sprecherin der Bürgerinitiative „Jade-Weser gegen die A 22"), Hans-Otto Meyer-Ott (Sprecher der Bürgerinitiative „Wesermarsch gegen A 22") und Gila Altmann (Mitglied des Bundesvorstandes des Verkehrsclubs Deutschland). In der nächsten Woche werden auch die BUND-Kreisgruppen Wesermarsch und Unterweser einen Teilnehmer für die Koordinationsgruppe benennen.
Die Versammlung beschloss zudem die Bildung von vier Arbeitskreisen, die sich mit dem Thema „Ökologie“, „verkehrliche Auswirkungen und deren Alternativen“, „wirtschaftliche Folgen und deren Alternativen“ sowie „Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit“ beschäftigen werden. Ziel ist es zudem, die bereits gegründeten und die noch entstehenden Bürgerinitiativen sowie Umweltorganisationen zu vernetzen und eine gemeinsame Plattform für das Internet zu entwickeln.
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