RODENKIRCHEN - 31 Landwirte und damit so viele wie schon lange nicht mehr erhielten beim „Ball der Landwirtschaft“ am Sonnabend in der Rodenkircher Markthalle ihren Gesellenbrief. Zudem wurden drei frischgebackene Landwirtschaftsmeister, der beste Absolvent der einjährigen Fachschule Landwirtschaft in Oldenburg und zwei Absolventen der zweijährigen Fachhochschule Landwirtschaft in Celle mit ihrem erworbenen Zertifikat geehrt.
Auf eine gedankliche Reise schickte Hans-Gerd Eymer, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Gäste der Freisprechungsfeier mit seiner Festrede. Er stellte die Frage nach der Verlässlichkeit, welche ein hohes Gut sei. Die Absolventen forderte er auf, mit dem Erlernten verlässlich durchs Berufsleben zu gehen.
Auch mit dem Begriff der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft setzte er sich auseinander. „Wir leben nicht für den Augenblick, wir leben mit Perspektive“, sagte Hans-Gerd Eymer, der auf die Lebensleistungen der Generationen hinwies, die es zu bewahren gelte. Neue Ideen seien ebenso wichtig, sie böten neue Chancen, würden aber auch Risiken bergen. „Keine Angst vor einer Bauchlandung“, machte der Festredner den „Freigesprochen“ Mut.
Als Symbol für den steten Fortgang im Leben hatte Hans-Gerd Eymer seinen Arbeitsschuh mitgebracht. Der Ausbildungsabschluss sei der Beginn eines neuen Weges, aber das Schuhwerk müsse passen. „Nehmen Sie sich ruhig etwas vor, aber nicht zu viel“, gab er den Absolventen mit auf den Weg.
Als bester Prüfling der Hauswirtschafterinnen hielt Anne-Catherine Ibanez aus Weilmünster eine kleine Rede und sprach von einer facettenreichen Aufgabe, die viel Flexibilität erfordere. Als Hauswirtschafterin müsse man nicht nur die Mahlzeiten zubereiten, sondern auch auf die individuellen Bedürfnisse eingehen. „Hauswirtschaft ist ein toller Beruf mit großer Zukunft“, sagte sie voller Überzeugung.
Steffen Kortlang aus Berne sprach als bester Prüfling für die Landwirte. Er sagte offen seine Meinung über die unterschiedlichen Ausbildungsstätten und -schulen, die er besucht hatte und verwunderte damit so manchen Ausbilder. Der Beruf des Landwirtes bringe ihm viel Spaß und angesichts der vielseitigen Aufgaben sah er sich als freischaffender Künstler.
Nach der Übergabe der Meisterbriefe dankte Kreislandwirt Peter Cornelius dem scheidenden Bildungsbeauftragten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Joost Schmidt-Eylers aus Wiemsdorf, der im Frühjahr 2008 in den Ruhestand gehen wird. Er sei immer für die Bildung und Ausbildung eingestanden, habe die Schüler motiviert und gefordert sowie zwei Generationen auf den richtigen Weg gebracht. Auf die allgemeine Situation in der Landwirtschaft eingehend, sprach Peter Cornelius von einer besseren Zeit, die zwar auch Schwankungen unterworfen, aber dennoch eine gute Zeit sein werde.
