RODENKIRCHEN - Der aktuelle Milchpreis von 27 Cent je Kilogramm oder sogar noch darunter ist für viele Bauern existenzbedrohend. Die Lage ist mehr als ernst für uns Milcherzeuger in der Wesermarsch. Jeder Betrieb setzt derzeit bei der Milchproduktion bares Geld zu, sagt Landwirt Folkert Fittje aus Norderseefeld.
Der einzelne Landwirt könne kaum Einfluss auf die Vermarktung seiner Milch und damit auf die Beseitigung der derzeit misslichen Situationen nehmen, denn Marktmacht hat derjenige, der am Markt Macht hat, so Folkert Fittje. Gerade vor dem Hintergrund der Auslaufens der Milchquote in 2015 werde es für die Bauern immer wichtiger, sich bundesweit in einer Erzeugergemeinschaft zu bündeln, um auf Augenhöhe mit den Molkereien verhandeln zu können.
Ich bin und bleibe überzeugt, dass wir Landwirte auf den hart umkämpften Agrar- und Lebensmittelmärkten als Einzelunternehmer verloren sind, wenn wir nicht durch ein gemeinschaftlich finanziertes Netzwerk am Markt agieren können, bemühte der Norderseefelder ein Zitat des deutschen Bauern-Präsidenten Gerd Sonnleiter.
Die beste Möglichkeit, die Interessen der Milcherzeuger zu bündeln, sieht Folkert Fittje im Beitritt zur bundesweit agierenden Milcherzeugergemeinschaft Milch Board w. V.. In dessem Beirat vertritt Folkert Fittje seit rund einem Jahr die Landwirte in der Region Niedersachsen-West.
Ein Vorteil des Vereins sei, dass das Milch Board nach dem Marktstrukturgesetz zugelassen ist und die Milcherzeuger damit bundesweit ein Milchmonopol aufbauen können. Zudem sei eine Doppelmitgliedschaft möglich und erwünscht. Das bedeutet, dass jeder Erzeuger Mitglied in seiner Molkerei bleiben kann und in bestehende Vermarktungswege nicht eingegriffen werde.
Über das Milch Board soll eine Veranstaltung am Donnerstag, 26. Februar, ab 20 Uhr in der Rodenkircher Markthalle informieren. Es referiert der Vorstandsvorsitzende Johannes Bayrhof aus dem bayrischen Untrasried.
Mit Bündelung der Interessen eine Marktmacht erlangen
